♫♪ Keep calm and rock on.

Samstag, 18. Februar 2017

Lerngedanken


  • Schaffe ich es, vor den Prüfungen Rockstar zu werden, um nicht hingehen zu müssen?
  • Wie lange kann man Amphetamine eigentlich durchnehmen, ohne so eine fiese Psychose zu entwickeln wie Sara in RFAD? Schaff ich so vielleicht das Staatsexamen?
  • Oder kriegt man die nur von Meth?
  • Warum machen die in dem Film eigentlich die Pupillen so groß? Apropos, ich brauch noch Schmerzmittel.
  • Wenn ich das Staatsexamen nicht besteh, kann ich dann gleich ins Drogengeschäft einsteigen?
  • Warum kann ich noch keine Zugänge legen? So ne Koffein-Dauerinfusion wär schon ganz nützlich.
  • Wie sieht's eigentlich mit Karriereoptionen beim Zirkus aus? 
  • Krieg ich extra Punkte, wenn ich meinen eigenen Arm diagnostizier? Kann ich den dann gleich auch mit behandeln? Ich brauch Schmerzmittel.
Ja. Meine Hand, der gesamte Arm und die Schulter tun vom vielen ununterbrochenen Schreiben mittlerweile so weh, dass ich grad auf Amazon nach Lidocainsalbe gesucht hab, während ich IAMX in Dauerschleife hör, weil die Songs im Gegensatz zu Biometrie, Epidemiologie, Biochemie & Co irgendwie beruhigend wirken (okay, und weil wir im Modern Dance grad eine Choreo zu Insomnia einüben) und die Gesamtsituation ganz gut wiederspiegeln. Ich hoffe, das erklärt dann auch meine Abwesenheit einigermaßen. ^^' 

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Die alte Hölle ~ Prolog: Von Hai-ligen und demenzkranken Hellsehern

Einen schönen ersten Dezember wünsche ich euch. In Weihnachtsstimmung bin ich wie immer nicht, aber das kennt man ja schon von mir. Stattdessen gibt's heute aber was anderes zu feiern: nämlich den zweiten Geburtstag meines Blogs. :D Ich hätte nicht gedacht, dass ich den so lange durchhalte, und zwischendurch war ich ja auch ziemlich inaktiv. Jetzt bin ich aber ganz froh, dass ich wieder etwas aktiver bin. Beschenkt hab ich mich selbst auch schon: nicht direkt zum Bloggeburtstag, aber man muss sich ja mal was gönnen, ne? Also kriege ich heute eine neue Kommode geliefert, treffe mich nachher mit einer Freundin und probiere endlich den Amaretto-Kakao vom Weihnachtsmarkt (oder den Bratapfelpunsch ... hmmmm, Glühwein) und kaufe mir, sofern ich den finde, eine Flasche Vinho Verde, weil Vinho verde einfach toll ist. Und in der Zwischenzeit "beglücke" ich euch mit einem ... nun, interessanten Machwerk. Ich habe es ja schon angekündigt, und ich mag es einfach zu gerne, mich selbst zu verarschen. Nun denn ... viel Spaß damit. Ich hafte nicht für eventuelle Hirnschäden und Ohrwürmer.

~~~

Dunkelheit umfing mich. Undurchdringbare Dunkelheit, fast so, als wäre ich körperlos, gefangen im großen Nichts. Ein beängstigender Gedanke.
Was zur Hölle war geschehen? Eben hatte ich mich doch noch mit diesem Hurensohn geprügelt. Mit wem? Kenn ich den? Aber schön, dass schon im dritten Satz ein Schimpfwort kommt. Ein kleiner Feigling, der gleich seine ganzen Kumpels geholt hatte, weil er sich nicht traute, allein zu kämpfen. Ah, das sagt natürlich alles. Und hmm, kleiner Feigling. Könnte ich jetzt auch gut vertragen. Oder lieber gleich was Härteres. Oder doch nicht? Entscheide dich mal. Meine Erinnerung an die letzten Ereignisse war nur sehr verschwommen, wie an einen Traum. So weit entfernt, so lange her.
Sie hatten sich geprügelt. Wer denn? Und wie! Und dann… dann hatte die Autorin keine Ahnung mehr. Und deshalb muss der Leser sich die Hälfte selbst denken. Heutzutage ist doch jeder Hellseher. Bevor ich auch nur einen weiteren Gedanken daran verschwenden konnte, lichtete sich die Dunkelheit endlich und ich erkannte zwei nackte Füße, die auf etwas merkwürdig Weichem und Weißem standen. Erst jetzt merkte ich, dass ich auf der Seite lag. Ich musste wohl ohnmächtig geworden sein you don’t say, bei dem unfairen Kampf keine große Überraschung. Vermutlich war ich jetzt im Krankenhaus und die Polizei wartete schon darauf mich in mein nächstes "Quartier" zu bringen sobald ich wieder gesund war. Und deshalb stehen auf deinem Bett auch zwei nackte Füße. Sind’s denn nur die Füße oder ist da auch noch ein Mensch dran. Verdammter Mist! Vorsichtig drehte ich mich auf den Bauch und versuchte, mich hochzustemmen. Zu meiner großen Überraschung ging es ganz leicht. Aber nach der Prügelei müsste ich doch schwer verletzt sein! Blitzmerker. Vielleich fällt dir auch gleich auf, dass das hier nicht unbedingt nach einem Krankenhaus aussieht.
Nun, vielleicht schlief ich eigentlich noch und träumte nur etwas Verrücktes. Entschlossen stand ich vollständig auf und sah mir den Besitzer der Füße an. Aha, da hängt also tatsächlich noch jemand dran. Whew. Dem musste ich mal eine Pediküre empfehlen - zu dumm, dass ich kein Kosmetikstudio kannte.

Es war ein Mann, bestimmt schon um die siebzig, mit einem langen, weißen Bart und einem weißen Hemd, über seinem Kopf schwebte etwas Leuchtendes… weil er nämlich zu nah am Atomkraftwerk gewohnt hat und nun ständig strahlt. Haha. Ein Schenkelklopfer. Schlagartig erinnerte ich mich wieder daran, was bei der Prügelei passiert war. Erst waren es nur Schläge gewesen. und dann hatte einer der Idioten ein Messer gezückt und war auf mich losgerannt. Aber dann war ich ja...
„Oh nein! Nein nein nein nein nein! Nicht doch!“
„Ich fürchte schon“, antwortete Petrus mir mit einem wohl mitfühlend gemeinten Lächeln. Hä? Woher weißt du denn, dass das Petrus ist? Aber ich vergaß ja, die Leser sind Hellseher. Es erinnerte mich an das Grinsen eines Hais. Haie können grinsen? Die reißen doch eher ihr Maul auf. „Ich muss sagen, im Tod sind Sie scharfsinniger als im Leben. Naja… Darüber lässt sich streiten. Das muss wohl daran liegen, dass Alkohol hier keine Wirkung mehr hat.“ Also mir kommt er immer noch ziemlich besoffen vor.
„Uh-huh…“ war alles was ich herausbrachte. Ohne Alkohol war mein Hirn eher weichgekocht und nutzlos. Mit Alkohol wohl auch, wenn man sich dein bisheriges Leben so ansieht.
Das konnte ja heiter werden. Ob der mich durchlassen würde? Wohin denn? Na, ich kann’s mir schon denken. Die Leser bestimmt auch. Hellseher und so halt. Ich schielte nervös auf die silbernen Gitterstäbe hinter ihm. Hübsch war das hohe Tor, verziert mit Engeln und anderen religiösen Dingen die ich nicht einordnen konnte. Aber davon ließ ich mich nicht ablenken. Hast du doch gerade. So hübsch es auch war, es war vor allem eines: geschlossen. Und etwas sagte mir, dass es das auch bleiben würde.
„Mr… Charles Wilson, habe ich Recht?“ Inzwischen hatte Petrus ein dickes Buch hervorgeholt, in dem er stirnrunzelnd blätterte. Ich schluckte.
„Charlie… alle meine Freunde nenne mich Charlie.“ Klar, der Petrus wirkt auch so, als würde er unbedingt dein Freund werden wollen.
„Gut, Charlie. Dann wollen wir doch mal sehen… aha! Mehrfacher Diebstahl, Erregung öffentlichen Ärgernisses..."
 
„Das sind doch alles nur winzig kleine Kavaliersdelikte! Nichts weiter! Sind schon längst vergeben und vergessen!“, fuhr ich dazwischen. Irgendwie musste ich verhindern, dass er weiterlas. Das Schlimmste hatte er ja noch gar nicht gesehen. Ach, dann bist du doch scharfsinniger, als ich dachte. ICH hätte keine Ahnung, was in dem Buch noch drinsteht. Doch Petrus ließ sich von mir nicht beeindrucken und blätterte munter weiter.
„Soso, Kavaliersdelikte.“ Seine Stimme hatte einen säuerlichen Klang angenommen und das Lächeln, das er mir schenkte, hätte mich spätestens jetzt um die Ecke gebracht…wäre ich nicht schon tot gewesen, natürlich. Hey… die Stelle finde ich gar nicht mal so übel. Passt zu Charlie.
„Dann war der Bankraub letztes Jahr also auch nur ein Kavaliersdelikt. Winzige Sache, längst vergessen?“
„Äh…“
„Soweit ich weiß, ist eine der Geiseln dabei fast ums Leben gekommen.“
„Uhm…“ Ich merkte, wie sich ein dünner Schweißfilm auf meiner Stirn bildete.
„Nun ja… aber nur fast, oder? Ich hätte es nicht über mich gebracht, ihn tödlich zu verletzen.“ Ja wen denn? Irgendwie irritieren diese ständigen Personalpronomen ohne zugehörigen Menschen doch ein Wenig. Fast so schlimm wie Füße ohne zugehörigen Menschen. Wirkte das jetzt reumütig? Zumindest klang ich doch verzweifelt genug. Ach, der Petrus hat dich ja schon Charlie genannt. Bestimmt wird er mal eine Ausnahme machen, wenn ihr erst einmal Best Buddies seid. Hat bisher bestimmt bei jedem geklappt.
„Da sind die alle doch auch längst schon drüber weg! Außerdem war das eher so ‘ne Art Robin-Hood-Aktion. Geld von den Reichen stehlen und es anschließend den Armen geben. Nur dass… wir in dem Fall eben die Armen waren.“ Davon wird der Petrus sich sofort umstimmen lassen.
Ich blickte Petrus hoffnungsvoll an, doch er verzog keine Miene. Echt nicht? Ich hätte Charlie ausgelacht.
"Ich mein, wir haben das Geld dringend gebraucht. Nun komm schon, kann der alte Herr nicht mal ‘ne Ausnahme machen? Wir sitzen doch alle im selben Boot. Nich‘?“
„Der alte Herr, wie du ihn nennst, hat außerdem noch Gotteslästerung auf die Liste gesetzt, dazu Lug, Betrug und Manipulation für eigennützige Zwecke. Diese Punkte haben Sie soeben schon mal bestätigt. Nun, bei mir kommen Sie damit nicht sonderlich weit.“

Das war‘s also. Ich hatte mich um Kopf und Kragen geredet. Obwohl, wenn ich nochmal darüber nachdenke, hätte es sowieso keinen Unterschied gemacht. You don’t say …
„Nun, Mr. Wilson, ich fürchte, mit so einer langen Liste an Sünden kann ich Sie leider nicht in das Reich Gottes lassen, so leid es mir auch tut. Sie müssen in die andere Richtung.“ Von wegen leid! Der alte Mistkerl grinste doch innerlich wie ein Honigkuchenpferd! Bestimmt zog er das jeden Tag mit tausenden durch. Es machte ihm Spaß, Leuten die Stimmung zu vermiesen.
„Fuck!“, schrie ich endlich das hinaus, was ich schon die ganze Zeit gedacht hatte, „Fuck! Fuck! Fuck!“ Du benutzt wohl echt gerne Schimpfworte, was? Klar, das ist „cool“.
Petrus seufzte leise auf und schrieb etwas ins Buch. Ich starte ihn entgeistert an.
„Damit kommt also noch mehr Gebrauch von Schimpfwörtern dazu. Wie. Erst jetzt? Der scheint mir eher einer zu sein, der fast nur in Schimpfwörtern spricht. Wie sehr möchten Sie die Liste denn noch verlängern, Mr. Wilson?“
„Wieso?“, fragte ich ärgerlich. Irgendwie wollte ich ihn ärgern, es ihm zumindest etwas ungemütlicher machen bevor ich gehen musste. „Ich komme doch eh in die Hölle. Da kann’s Ihnen doch egal sein, ob und wie viel ich fluche. Fuck! Scheiße! F-"
„Muss ich Sie daran erinnern, dass sich Ihre Zeit da unten mit jeder Sünde verlängert? Echt? Also das war mir neu. Aber stimmt ja, Hellseher. Es wäre nur in Ihrem Interesse, nun einen Schlussstrich zu setzen.“
„Oh, fu- Koitus! Überrascht mich, dass du das Wort kennst. Müssen Sie mir eigentlich aus allem einen Strick drehen?“ Ähm, nein. Du hast es dir bloß vemasselt.
Seine Antwort hörte ich nicht, denn in dem Moment tat sich unter mir ein Abgrund auf und eine unsichtbare Kraft zerrte mich hinab. Ich sah nur noch Petrus‘ Gesichtsausdruck, und der gefiel mir gar nicht. Viel zu fröhlich, viel zu viele Zähne. Kurz bevor mich die Dunkelheit wieder umfing was er als Hellseher vorher schon wusste, schrie ich mit aller Kraft:
„Ach was brauch ich Gott und den Himmel schon! Fahrt doch alle zur Hölleeeee…"
Hölle, Hölle, Hölle, Hölle!
Eiiiiiiiskalt lässt du meine Seeeeeeele erfrier’n.
Das ist Waaaaaahnsinn! Du spielst mit meinen Gefüüüühlen!
Fick dich doch. Fickt euch alle. Diesen Ohrwurm wird ich nie wieder los.

Dienstag, 29. November 2016

Upload: Ugly & Pretty Stories

Gut, die Titel sind scheiße. Aber an sich passen sie, denn meine alten Kurzgeschichten lassen sich wirklich überwiegend in eine von zwei Kategorien einordnen: Düster-grotesk oder herzerwärmend-pathetisch. Und beides meistens viel zu sehr.

Ich erwähnte im letzten Post ja bereits, dass ich meine alten Sachen nicht verstauben lassen will. Und da da hat sich das Hochladen als Sammlung einfach angeboten. Im englischsprachigen Raum hat das Wattpad ja durchaus den Ruf, dass die durchschnittliche Qualität der dort veröffentlichten Geschichten ... nun ja, zu wünschen übrig lässt. Also fühl ich mich da mit meinem alten Kram ganz gut aufgehoben und hab eine hübsche Sammlung, auf die ich zurückblicken kann um zu sehen, wie ich mich entwickelt habe. Wer mag, kann ja mal vorbeischauen: >>Hässliche<< und >>hübsche<< Geschichten. Und weil ich nich so sein will, poste ich auch gleich mal einen Ausschnitt aus einer Geschichte, die vielleicht noch nicht jeder kennt. Nein, ich versuch euch doch nicht zu ködern. Ich doch nicht. Tehe. Ich distanziere mich aber ausdrücklich von meiner Protagonistin. Ich gebe ihr nicht in allem Unrecht, aber ihre Sichtweise ist mir dann doch etwas zu extrem.

~~~

„Ach, Oma“, seufze ich. Du hast doch auch keinen Bock mehr, will ich sagen. Du willst doch auch kein Gemüse mehr sein. Ich will versprechen, dass ich es beenden werde. Ich will die verfluchte PEG herausreißen und die ganzen Geräte, die dich am Leben erhalten, in ihre Einzelteile zerlegen. Ich will dir drei Liter Wodka in die PEG kippen statt brauner Nahrung und zehn Gramm Heroin in die Vene rammen statt isotonischer Kochsalzlösung, und das gesamte miefende Zimmer mit Opiumrauch füllen, der sämtliche Empfindungen, die du noch haben könntest, einfach verschwinden lässt. Ich will diesen Raum dem Erdboden gleichmachen, und ich will dich mit Drogen vollpumpen, bis dein Gemüseherz endlich aufhört zu schlagen und deine Gemüselungen aufhören zu gurgeln und dein Gemüsehirn nichts mehr wahrnimmt, nicht die stinkende Luft, nicht die stinkenden Windeln, die mehrmals am Tag gewechselt werden müssen, nicht das stinkende Sekret, das aus dir herausgesaugt wird, und erst recht nicht die Schmerzen, die du nicht einmal mehr durch Wimmern kundtun kannst.

Ich will, dass du endlich schlafen kannst. Damit ich mich vielleicht noch an einen Menschen erinnern kann und nicht an ein halbtotes Gemüse. 


Die sich öffnende Tür und die dumpfen Schritte der Krankenschwester, die das Zimmer betritt, holen mich zurück in die Realität und ich frage mich, ob ich das überhaupt darf. Was mir das Recht gibt, so etwas zu denken. Wie ich mir anmaßen konnte, auch nur in Gedanken von Zeiten zu sprechen, in denen Oma ein Mensch war. Sie ist es doch noch immer, und sie hat es verdient, wie ein Mensch behandelt zu werden und nicht wie ein Gemüse. Vielleicht bin ich nicht besser als meine Mutter, die ebenfalls denkt, am besten beurteilen zu können, was sie wirklich will und was am besten für sie ist.

Montag, 28. November 2016

Was man so alles findet

Ich hatte irgendwie immer gedacht, dass ich in den letzten Jahren kaum etwas produziert habe. Immerhin hab ich im Moment ja kaum etwas veröffentlicht, keine neuen Bilder vorzuzeigen, alle mein Aufnahmen auf eine externe Festplatte verschoben (oder gleich gelöscht) und vom Handy verschwinden lassen, weil sie zu viel Platz wegnehmen ... ja, ich hab mich wohl geirrt. Gestern habe ich beim Ausmisten nicht nur eine Meeeenge angefangene (und gar nicht sooo üble) Portraits gefunden, sondern neben einer Menge alter Kurzgeschichten auch ein schreiberisches Schätzchen: die uralte allererste Version von Zur Hölle, mit meinen eingefügten Kommentaren. Ein Verriss meiner eigenen Geschichte.

Nun dauert es aber noch eine ganze Weile, bis ich an Zur Hölle weiterarbeiten kann und ich bezweifle, dass jemand, der die Entwicklung meiner Charaktere nicht mitverfolgt hat, mit diesem Verriss etwas anfangen könnte. Ich würde ihn nur auch ungern ungelesen auf der Festplatte versauern lassen. Deshalb wollte ich jetzt einfach mal die Frage in den Raum werfen, ob daran Interesse besteht. (Vorausgesetzt, ich habe noch Leser. XD Wenn nicht, würde ich das auch keinem übel nehmen.) Oder an den alten Kurzgeschichten, die ich sonst nigendwo wirklich unterbringen kann. Es ist nun mal alles alt und wird voraussichtlich auch eher nicht groß überarbeitet und verbessert, deshalb wäre der Blog wirklich der einzige passende Ort dafür.

Also wie gesagt, niemand ist dazu verpflichtet, hier nochmal vorbeizuschauen oder meinen alten Schreibkram zu lesen. Aber falls jemand Interesse haben sollte, wird er wohl nur hier zu finden sein. ^^ Das gleiche gilt übrigens auch für so einige Bilder. Die Portraits werde ich hoffentlich irgendwann fertigstellen und auf DeviantArt stellen, aber die ganz alten Zeichnungen sind wohl auch da am besten aufgehoben, wo über die Hälfte der Beiträge den Tag Sinnbefreites tragen. ;)

Sonntag, 27. November 2016

Goodbye Scrapbook

Zuerst das wichtigste: Danke Alex und Tasha für eure Daumen und Glückwünsche zum Physikum. Und tut mir leid, dass das erst so spät kommt, aber ich hab mich gefreut. ^_^

Und ich habe es schon wieder getan. Ich habe versprochen, aktiver zu werden und es nicht getan. Ich weiß. Schuldig im Sinne der Anklage. Asche über mein Haupt. Ich hab nicht einmal eine Ausrede. Ich war ganz einfach zu faul zum Bloggen und irgendwann war ich dann auch wieder an einem Punkt angelangt, an dem ich mir dachte, jetzt ist es so lange her, dass ich einen Post hier geschrieben habe, jetzt lohnt es sich auch nicht mehr. Man sollte meinen, dass zumindest ein Post im Monat drin sein sollte, aber nein, Lia kriegt das noch seltener hin. XD

Wer sich jetzt nochmal auf meinen Blog verirrt hat, der wird sehen, dass hier ein paar Veränderungen vorgenommen wurden. Abgesehen von dem möchtegern-pseudoprofessionellen Banner hat sich auch der Name geändert. Warum? Weiß ich selbst nicht. Mit einer "Homepage" (die ich doch kaum nutze), die einfach nur meinen Künstlernamen trägt, fühl ich mich mittlerweile zwar wohler (aber keine Sorge, ich bin dem Blog ansonsten treu geblieben - man beachte den Tag Sinnbefreites im Banner) aber so wirklich häufig und regelmäßig Bloggen hab ich mittlerweile trotzdem aufgegeben. Aber ich will trotzdem einen Blog, der zumindest einigermaßen vorzeigbar aussieht. Also sieht das Ex-Scrapbook jetzt so aus.

Vielleicht folgen hier bald wieder mehr Updates. Mal schauen. Garantieren kann ich leider nichts, weil ich gerade auch wenig mache. Ich schreibe zwar nebenbei an einer teuflischen Geschichte (nicht Zur Hölle, was btw auch noch eine Namensänderung braucht, aber das kommt hoffentlich auch noch irgendwann in diesem Leben), aber man kennt mich ja: es geht wie immer langsam voran und ich werd wahrscheinlich doch wieder nach zwei Kapiteln eine dreijährige Pause machen oder so. XD Aber hey, ich hab bestimmt noch mindestens 70 Jahre zu leben, wenn ich nicht gerade ein paar ganz dumme Entscheidungen tre- ... Sagen wir ich hab noch ein paar Jahre zu leben. Wir müssen uns doch auf keine Zahlen einigen. O:) Irgendwas wird in diesem Leben schon noch fertig gestellt. Wer in der Zwischenzeit unbedingt was von mir lesen muss, denn wir wissen ja alle, meine gigantische Leserschaft ist auf nichts schärfer, der kann ja mal bei Wattpad vorbeischauen, wo ich die überarbeitete Version des Geschichtensammlers gerade hochlade: >>Klick!<< Das ist auch das einzige Projekt, bei dem ich mir sicher bin, dass ich es fertig kriege - hauptsächlich, weil es schon fast fertig ist. XD

Ansonsten verabschiede ich mich an dieser Stelle jetzt einfach wieder und verzieh mich zurück in dieses schwarze Löchlein, das ich mir als neuen Wohnort ausgesucht hab. Also falls jemand mir Fanpost schicken will, meine neue Adresse lautet NGC-300 - würde ich aber nicht empfehlen, weil der Postbote doch so einige Strapazen auf sich nehmen müsste, wenn er das schwarze Loch betritt. ;)

Ah, nein, eins noch. Erinnert ihr euch noch an den Post über den Soulseller? >>Diesen<< uralten Post. Ich hab letztens etwas ganz Ähnliches getrunken. Wer Mexikaner kennt, weiß, dass diese Shots zwar nicht stark alkoholisch sind, aber man sie wunderbar, ähem, würzen kann. In meinem Fall mit Tabasco, Sriracha und einer halben zerhackten Chilischote. Hat fast ein Bisschen pikant geschmeckt, aber nächstes Mal nehme ich die ganze. XD Das ist mein Ernst. Der hat echt richtig gut geschmeckt. Ist es nicht schön, seinen Charakteren so ähnlich zu sein?

Freitag, 9. September 2016

Wer das Physikum schafft, wird ja angeblich früher oder später Arzt ...

... hab ich nichts gegen. XD
Nachdem ich nun ewig lang abwesend war, hab ich das Physikum nun hinter mir. Seit heute um genau zu sein. Und das mit einer 2. Irgendwie hab ich es (trotz Embryonalentwicklung des Rektums ... ernsthaft, wer weiß das bitte? XD) geschafft, bei einer der wichtigsten Prüfungen überhaupt eine zwei zu kriegen. Und fühl mich dementsprechend noch leicht euphorisiert. Das wird jetzt auch so schnell nicht vergehen. :D 
Eine Klausur am 22.9. hab ich jetzt zwar noch vor mir, aber im Vergleich zu diesem Meilenstein wird die hoffentlich auch ein Spaziergang. ^^ Und Alter ... das Physikum ist durch. Die erste ärztliche Prüfung. Das Äquivalent zum Bachelor in anderen Studiengängen. Irgendwie fühlt sich das schon echt ziemlich geil an. XD
Und ich verzieh mich dann auch lieber mal wieder, weil ich dieses Wochenende vielleicht eher nicht so viel im Internet posten sollte. Zumindest nichts, was ich dann nüchtern bereuen würde. XD

Dienstag, 12. Juli 2016

Lebenszeichen. Oder so. Und eine Pause.

Nach fast einem halben Jahr Funkstille möchte ich mich doch noch einmal melden, wenn auch nur, um anzukündigen, dass es in der nächsten Zeit wieder still hier sein wird.
Ich will diesen Blog keinesfalls aufgeben. Allerdings bin ich auch seit einigen Monaten chronisch unmotiviert und übermüdet und in diesem Sommer steht mir neben Modulprüfungen auch das mündliche Physikum bevor. Was wiederum bedeutet, dass ich auch weiterhin wenig Zeit und Energie haben werde, weil ich zwar viel zu wenig lerne, aber in der Zeit, in der ich es nicht tue, auch kaum etwas Produktives zustandebringe.
Wer noch ein Bisschen was von mir hören will, kann auf Facebook vorbeischauen, wo ich ab und an etwas (ziemlich Schwachsinniges) poste, ansonsten werde ich vermutlich ab Oktober wieder aktiver werden.
Aber wie gesagt, nur eine vorübergehende Pause, ganz weg bin ich nicht und wenn ich wieder den Kopf frei hab, dann werd ich mich auch häufiger mal melden und auch bei anderen Posts kommentieren. :)

Montag, 15. Februar 2016

Anatomie-Impressionen

Eigentlich habe ich ja keine Zeit zu bloggen, weshalb die folgenden Bilder auch alle ziemlich miese Qualität haben ... scannen und bearbeiten würde einfach zu viel Zeit in Anspruch nehmen und das Licht ist nun mal schlecht. Eigentlich habe ich ja am Mittwoch Prüfung und muss noch die Hälfte vom Physiologie-Stoff durchkriegen. Und Physik, und Psychiatrie, und Psychosomatik und klinische Fächer ... meh.
Aber zumindest in Anatomie hab ich's jetzt drauf. Einigermaßen. Oder so. Das ist nämlich das, was ich in den letzten Tagen hauptsächlich gemacht habe. Der Grund, warum ich es ausnahmsweise mal hingekriegt hab, täglich mehr als eine Stunde am Stück zu lernen, ist dass ich mein Anatomie-Heft dismal nicht wie lieblos hingeschmierte Notizen behandelt hab, die ich sowieso nie wieder anschau (aufschreiben hilft einem visuell-kinästhetischen Lerntyp wie mir trotzdem), sondern zum Teil wie Lernnotizen, zum Teil wie etwas, was ich später auch noch verwenden will und zum Teil wie ... ein Skizzenbuch. Genaugenommen hab ich auf dem Bett gesessen, laut Post Grunge gehört und Sekt aus der Flasche getrunken, während ich in mein Anatomieheft gekritzelt hab. Da sind ne Menge Zeichnungen drin. Einerseits mag das natürlich erstmal unklug erscheinen, weil das ganz schön viel Zeit in Anspruch nimmt, andererseits ... merke ich mir, was ich zeichne, noch viel besser als das was ich aufschreibe. Also hoffe ich einfach mal, dass mir die letzten Tage zumindest in einem Fach etwas gebracht haben und dass die zahlreichen Schaden... äh, Hirn-Zeichnungen euch auch gefallen.
Dazu gibt's auch die Playlist, die ich meistens beim Lernen hör. Äh ... passt doch? :P



Das Bild ist ja schon auf Facebook, aber hier sollte es auch nicht fehlen, finde ich. Ja, ich lerne überwiegend im Bett und statt in meinen Anatomieatlas reinzuschauen, benutze ich ihn eigentlich nur als Unterlage. Und male mit Buntstiften in mein Heft und Lehrbuch.

Ganz ehrlich? Eigentlch bringt dieses Bild mir so gut wie nichts. Aber ich fand es irgendwie hübsch.
I wanna fuck you like an animal.
I wanna feel you from the inside.
Jo, die Musik passt mal wieder perfekt. Ich mein, wie das Hirn aus manchen Winkeln aussieht, hatten wir ja schon mal, ne?

Der Hirnstamm von hinten. Hihi, ich hab "von hinten" gesagt. Die Qualität kann man leider auch nur mit etwas beschreiben, was hinten rauskommt. Aber der Hirnstamm ist ein gutes Beispiel dafür, warum Zeichnen doch etwas bringt. Nur vom Anschauen hätte ich mir da gar nichts gemerkt.
Von vorn muss auch einmal sein. Und ich hab die Gelegenheit gleich mal genutzt, verschiedene Techniken und Medien auszuprobieren.
If you wanna get down you gotta taker her out - cocaine!
Ich bin mir sicher, mit Weißem Wasserlöslichem wär ein Allnighter einfacher, aber ich glaub noch reicht mir die Puddle of Mudd Version von dem Lied.

Die Seite hat einfach Spaß gemacht. Ohne das Kleinhirn wär das nur Gekritzel gewesen, also muss ich ihm doch was einigermaßen qualitativ hochwertiges widmen ... äh, ja, "Qualität". 
Ich hab ein bisschem mit monochromen Skizzen experimentiert. Ich bin gescheitert.
Double the dose and I'll triple the high.
Shoot me up, let's go for a ride.
Was hast du nur mit Drogen, Spotify? Zugegeben, Ja, ich hab so einige Seiten mit einer Flasche Sekt neben mir gemacht, aber diese nicht.

Ich mag diese Seite, um ehrlich zu sein. Auch wenn man auf dem Bild so ziemlch alles gut erkennt außer dem Thalamus. Die Notizen handeln vom ... Thalamus.
"Telencephalon!" [Hier sämtliche Flachwitze aus dem letzten Post einfügen]
I love the cocaine, I love the cocaine.
Bin ich das oder verfolgt mich das Zeug?

Okay. Ich gebe zu, ich liebe dieses Bild. Das sind die Brodmann-Areale des Cortex und ich liebe die Zeichnung.
Ein Song fehlt da aber noch, der wurde beim Schreiben von dem Eintrag hier leider nicht abgespielt (die anderen Lyrics kamen irgendwann bei der Zufallswiedergabe). Ihr wollt ihn singen. Ich, weiß, dass ihr es wollt. Ich weiß es.


Was, der Eintrag ist sinnbefreit? Nee, echt? :P Im letzten Modul fand ich während der Prüfungsphase Ribose niedlich (sie IST niedlich). Und hier geht's um Hirne. Was habt ihr erwartet? *pfeif*

Mittwoch, 20. Januar 2016

"Telencephalon!"

Punkt 1 der Tagesordnung - da ich das im letzten Post vergessen hatte zu erwähnen: Mimimimimimi, David Bowie. David Bowie soll nicht tot sein. Das ist scheiße.














Das bin ich. Nur nicht so süß.
So. Das musste raus. Sein Tod hat mich tatsächlich traurig gemacht, was mich selbst überrascht hat - da ich ihn zwar wirklich bewundert und seine Musik sehr gerne gemocht hab, bin ich normalerweise nicht wirklich traurig, wenn jemand stirbt, den ich persönlich gar nicht gekannt hab. Trotzdem hat's mich traurig gemacht, weshalb ich das Internet auch mit ein Bisschen Mimimi zuspammen musste. Am Freitag bin ich übrigens bei meiner Mutter und wir stoßen auf ihn an. Mit Scotch. Es ist ein Whiskyabend, also wird er wohl so ablaufen wie jedes Mal wenn ich bei meiner Mutter bein. :P

Punkt 2: Ich höre When the levee breaks in Dauerschleife. Ja, ich hab gestern The long short geguckt (der ist übrigens super, kann ich nur empfehlen). Merkt man gar nicht, wa? Ja, ich hab gute Laune. Ich hab das letzte Anatomie-Testat durch und bestanden und bin zwar dauermüde wie immer, aber ich freu mich auf die weiteren Inhalte dieses Moduls.

Punkt 3: Das eigentliche Thema. Ich dachte mir, ich plauder mal wieder ein Bisschen aus dem Nähkästchen. Das Anatomie-Seminar gestern war einfach zu genial, um es nicht als Blogeintrag schriftlich festzuhalten, und die perfekte Gelegenheit, um das Scrapbook mal wieder etwas aufleben zu lassen.

Ich sage dazu lieber gleich, dass Kommentare wie "Wissen Sie was, das ist das blöde Hirn, wir gehen ein Hirn weiter" beim Wort genommen können. Ich studiere Medizin, es ist Anatomie und wir haben grad das von mir lang ersehnte Neuro-Modul. Und wieder einmal bestätigt sich mein Eindruck, dass die Neurologen einfach super sind. Ehrlich jetzt, es mögen Klischees sein, aber bisher war ich von allen Neurologen die ich getroffen hab begeistert. Und vielleicht, ganz vielleicht bin ich schon fast so schrullig wie unsere Dozenten. Immerhin sagte ich gestern schon zu einer Freundin von mir (die derzeit weniger begeistert von ihrem Studienfach ist und alles, was im Präpsaal stattfindet, verabscheut): "Es sind herausgenommene Hirne. Was will man mehr?" An dieser Stelle muss ich gleich vorwarnen, dass es auch recht ... graphisch weitergeht. Wer das nicht lesen mag, möge an dieser Stelle bitte zu einem anderen Blog wechseln, denn der gesamte Eintrag handelt nun einmal von einem herausgenommenen menschlichen Gehirn.

Da saßen wir später also um einen Tisch herum und unser Dozent, welcher in einen knallgrünen Kittel gekleidet war und eine leuchtend grün-gelbe Beanie-Mütze auf dem Kopf trug, hielt das (übrigens erstaunlich kleine) Denkorgan in der Hand und meinte "Das hier ist die größte protoplastische Masse des Körpers, die zur Entelechie fähig ist." Dann hielt er das Hirn einer Kommilitonin, die neben mir saß, vors Gesicht und meinte: "Telencephalon!" Er hatte recht, was man bei einem Hirn, das mitsamt seiner Hirnhäute herausgenommen wurde, sieht, ist vor allem das Telencephalon - das Endhirn, das vor allem aus der Hirnrinde besteht. Der Name rührt daher, dass das zentrale Nervensystem (also Hirn und Rückenmark) sich aus einem langen Rohr entwickelt hat, das sich oben verdickt und ein Bisschen gefaltet und um sich selbst gewickelt hat. Das stark ausgeprägte Endhirn, dem wir unter Anderem unsere Intelligenz verdanken, ist aus dem obersten Abschnitt, praktisch dem oberen Ende entstanden. Entfernt man die Hirnhäute - zwischen denen sich übrigens Liquor (Hirnwasser befindet) und drückt die einzelnen Stücke sowie "Spaghetti" - Äste der Hirnarterien - willkürlich Studenten in die Hand, die gerade so aussehen, als würden sie nicht richtig aufpassen, hat man einen fantastischen Blick auf die Gyrierung des Endhirns - die tiefen Furchen, die man vom menschlichen Hirn kennt.

Ich muss ja sagen, ein Bisschen privilegiert hab ich mich schon gefühlt, als das gute Stück herumgereicht wurde. Das war schon das zweite Mal, dass ich ein menschliches Gehirn in seiner Gesamtheit in den Händen halten konnte - und wer kann schon von sich behaupten, das überhaupt nur einmal getan zu haben? Die meisten Strukturen sind für den Chirurgen gar nicht zugänglich udn in Ruhe anschauen kann man sie sowieso nicht, wenn man gerade an einem Hirn operiert.
An den Gehirnen präparieren wir kaum selbst, das macht vor allem der Dozent. Vorher sollten wir natürlich wie gesagt alle einmal ausführlich das ganze Gehirn betrachten, und nur nicht an der Hypophyse schütteln und ziehen; warum, das zeigte er uns, indem er das Hirn hin und her schüttelt. Wenn man ein Hirn, an dem die Hypophyse noch dranhängt, schüttelt, dann wackelt die hin und her, wie eine kleine Glocke. Die Hypophyse hängt auch immer noch dran wie ein zweites Paar ... okay, nein, das sage ich jetzt nicht, das ist zu tief. Wer neugierig ist, die Hypophyse sieht >>so<< aus und gliedert sich in zwei wichtige Abschnitte, aber das ist jetzt nebensächlich. Sie sieht aber tatsächlich so aus, wie unsere Dozenten sie immer gezeichnet haben. Abgesehen von der Hypophyse konnten wir uns aber alles in Ruhe anschauen. "Fassen Sie nur alles an, ich mag es wenn alles betatscht wird", meinte der Dozent. "Tun Sie nicht so jungfräulich, kommen Sie zum Befummeln her."

Weiterhin kann man am Hirn neben dem Telencephalon auch noch das Cerebellum (Kleinhirn) und den Truncus cerebri (Hirnstamm) - zusammengesetzt aus Mesencephalon (Mittelhirn), Pons (Brücke) und Medulla oblongata (äh ... verlängertes Mark. Gibt's da nen deutschen Namen für?) beobachten. (Wer neugierig auf die verschiedenen Strukturen am Gehirn ist, dem kann ich übrigens einen Crashkurs von >>Pinky und Brain<< nur empfehlen - wobei ich die >>Originalversion auf Englisch<< noch lieber mag.) 
Was natürlich auch sofort ins Auge springt, ist die Zweiteilung des Gehirns in eine linke und recht Hemisphere. Verbunden sind die über das sogenannte Corpus callosum und die Fissura longitudinalis cerebri - die Längsfurche zwischen den beiden Hirnhälften ist einer der wenigen Zugänge zu tiefer liegenden Hirnstrukturen, die Neurochirurgen haben.
"Das sieht jetzt ein Bisschen obszön aus, was ich hier mache", meinte unser Dozent, während er die beiden Hälften etwas auseinanderzog, um uns das Corpus callosum zu zeigen. "Aber schauen Sie es sich genau an." Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, wir hatten >>diesen<< bzw >>diesen<< Blick auf das Gehirn; von occipital (was nur Medizinscherschlau für "hinten" ist, zumindest hinten am Kopf), und haben in eine Ritze geschaut. Man kann manche Dinge nicht ignorieren. Man kann es einfach nicht.

Nun mögen manche schon das große Schaudern bekommen und sich entsetzt fragen, ob die Studierenden und Lehrenden das Studium und das Opfer, das die Körperspender gebracht haben, damit wir besser lernen können, wirklich ernst nehmen. Aber persönlich muss ich sagen, ich finde das eigentlich genial. Klar, es sind und bleiben platte Genitalienwitze. Aber mal ehrlich, habt ihr mal gesehen, was es alles am Hirn zu lernen gibt? Das ist viel ... wirklich viel. Und dazu kommen auch noch Physiologie, Psychiatrie, Psychosomatik ... unsere Anatomiedozentin ist zwar wirklich super und verlangt nicht von uns, jeden einzelnen Ramus, Processus und was es sonst noch so gibt auswendig zu lernen wenn sie strukturell nicht allzu bedeutend sind, aber es ist und bleibt trotzdem viel. Und ein Bisschen Humor in den Unterricht einzubringen, ist meiner Meinung nach das beste, was man machen kann. Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich habe mir aus dem Seminar eine Menge gemerkt und denke mal, ich bin nicht die einzige, auf die das zutrifft. Das nächste hab ich um 8:30, einer Zeit die nicht existieren sollte - und freue mich total darauf.
Natürlich könnte das aber auch am Thema liegen, das ich einfach liebe, wer weiß ... Ich mag Hirne nun mal. Man mag halt immer das am liebsten, was man selbst nicht hat. :P

Mittwoch, 13. Januar 2016

FF.de, Abewesenheit und meh

Ich habe dem internet und insbesondere FF.de ja schon einiges zu verdanken. Wenn ich mich an Silvester 2010/2011 (glaube ich ... oder wars sogar 2009/2010?) nicht dort angemeldet hätte, hätte ich wohl nie angefangen zu schreiben. Ich hätte so einige Leute nicht kennengelernt, kaum etwas übers Schreiben gelernt und viele meiner Ideen, von denen ich einige noch immer umsetzen will, nicht gehabt.
So, und jetzt wo wir die obligatoischen kitschigen Dankesworte durch haben, kann ich sagen, dass ich trotzdem da weg bin. Wer jetzt nach mir sucht, wird Folgendes vorfinden:


Wie man sieht, habe ich meinen Account nicht gelöscht, weil ich das nicht für notwendig halte. Allerdings habe ich sämtliche Geschichten, die ich dort mal hochgeladen hatte (die alle entweder abgebrochen oder auf unbestimmte Zeit pausiert oder uralte, längst nicht mehr Fassungen sind) gelöscht. Ich will mich noch nicht ganz löschen, weil ich dort ab und an mal noch etwas lese, es noch eine Geschichte gibt, die ich mitverfolgen will und den Leuten, die eventuell noch mit mir Kontakt aufnehmen wollen, die Möglichkeit geben will, das zu tun. Irgendwann werde ich sowieso so inaktiv sein, dass mein Account automatisch entfernt wird, und dann wird sich das auch erledigt haben.

Und warum nun das Ganze?
Naja ... dass ich einer der "FF.de-Flüchtlinge" bin, werden sich die einen oder anderen schon denken können. Immerhin war ich dort nach einigen ... ich nenne es mal vorsichtig Meinungsverschiedenheiten mit der Community schon eine ganze Weile nicht mehr dort aktiv. Dazu geäußert habe ich mich zwar nirgendwo so richtig direkt, aber wer 2012 dort angemeldet war, wird wohl auch genug mitbekommen haben. Und für alle anderen tut es mir leid, dass ich jetzt nicht alles nochmal neu aufrollen will, aber allzu spektakuläres Internetdrama ist es auch nicht. Meine Meinung über FF.de ist nicht die positivste, aber ich will hier weder die Seite noch die Community anprangern. Die Konflikte, die ich vor Jahren mal mit der FF.de-Community hatte, sind nämlich eigentlich schon tote Hose und nicht der eigentliche Grund, warum ich dort nun so ziemlich weg bin und gerade jetzt darüber schreibe.

Ich habe mich ja nun nicht nur auf FF.de rargemacht, sondern in letzter Zeit eigentlich überall. Hier habe ich immer wieder mal Posts angefangen und dann doch seit Monaten nichts veröffentlicht, auf Twitter und Tumblr kommt alle paar Wochen mal ein halber Post und auf Poolys schaffe ich es gerade eben so, nicht völlig zu verschwinden.
Leider werden mir die ganzen Accounts irgendwie zu anstrengend, ohne dass sie mir wirklich etwas bringen. Ich bin nun auch chronisch faul und demotiviert, mit einem jährlichen Wintertief (was allem Anschein nach genetisch bedingt ist und mit der Fähigkeit oder eher Unfähigkeit meines Körpers, Vitamin D zu speichern, zusammenhängen könnte). Ist grad alles irgendwie ... meh halt, aus mehreren Gründen. Vielleicht hängt das ja damit zusammen, aber so oder so sehe ich keinen Sinn mehr darin, auf jeder Social Media Plattform einen Account mit meinem Namen zu haben. Ich habe derzeit, wenn es hochkommt, 3-5 Leser. Das macht mir nichts aus und würde für mich nie einen Grund darstellen, mit irgendetwas, was ich mag, einfach aufzuhören. Aber es bedeutet in diesem Fall, dass ich bei meiner Internetpräsenz und -aktivität einigermaßen stressfrei ein Bisschen "ausmisten" kann. Ich lehne mich jetzt einfach mal ganz weit aus dem Fenster und wage zu behaupten, dass ich nicht allzu schmerzlich vermisst wurde, als ich überall inaktiv war, und die meisten auch damit klarkommen würden, wenn man auf einigen Seiten nun gar nichts mehr von mir sieht, weil ich dank meiner nur sporadischen Aktivität sowieso kaum wahrgenommen wurde. Das sage ich jetzt nicht, um zu jammern oder weil ich es mir anders wünsche, sondern weil es die Wahrheit ist.

Und deshalb werde ich ausmisten. Ich will nicht komplett verschwinden; zwar habe ich in letzter Zeit so gut wie gar nicht geschrieben, aber derzeit fange ich damit langsam wieder an - wirklich langsam und sporadisch, aber es ist ein Anfang - und wenn ich überall einfach verschwinden würde, dann würde mir definitiv was fehlen. Allerdings werde ich in naher Zukunft entscheiden, wo ich noch aktiv sein will und mich auch darum bemühen will, ab und zu mal einen Mucks von mir zu geben, und wo ich meinen Account aufgebe. Bisher weiß ich nur, dass ich auf Poolys bleiben werde, weil ich dort im Moment einigermaßen aktiv bin und es mir auch Spaß macht, ein (privates) RPG auch definitv nicht aufgeben werde und an diesem Blog trotz chronischer Inaktivität zu sehr hänge, um ihn aufzugeben. Aber abgesehen davon kann ich nichts versprechen. Und auch was meine Schreiberei angeht, wird da in der nächsten Zeit wohl eher wenig kommen. Ich kann ab und zu darüber erzählen, aber etwas Fertiges vorweisen ist zur Zeit einfach nicht drin.
Schreiben, Kunst und die Verbreitung meiner Sachen im Internet ist für mich nun einmal ein Hobby, das nicht zur Verpflichtung werden sollte. Bei der Musik ist das nochmal etwas anderes, weil sie einen etwas anderen Stellenwert bei mir hat (die verdient aber ihren eigenen Blogeintrag), aber mit dem Rest möchte ich mich nicht stressen. Und ob ich nun bekannt bin oder nicht, ich will, dass meine Aktivität und Präsenz im Netz mir Spaß macht und nicht ständig aus "Ach fuck, ich muss ja immer noch ..." besteht. Ich will auch nicht ständig das Gefühl haben, nur um Aufmerksamkeit zu haschen, wenn ich ein und dasselbe auf fünf Plattformen poste und hoffe, dass irgendeiner meiner 3-5 Leser es sieht und kommentiert. Das ist für mich einfach nicht der Sinn der Sache. Und wenn ich ganz ehrlich bin, will ich auch nicht, dass ein paar Posts auf Twitter und Tumblr mein reales Sozialleben verdrängen, was trotz Inaktivität irgendwie gerade zu passieren droht. Oder dass ich wichtigere Pflichten vernachlässige, weil alte Tweets lesen ohne was dazu zu sagen ja immer noch ein besserer Zeitvertreib ist als Lernen, Aufräumen und sonstige Dinge, die ich tun muss und schon viel zu lange aufschiebe. Und mal abgesehen davon, dass ich gerade zu wenig auf die Reihe kriege, kann ich mich auch mit so einigem, was ich mal gepostet und veröffentlicht habe, einfach nicht mehr identifizieren. Und wenn ich ganz ehrlich bin, will ich mich im Netz gerade nicht noch weiter breit machen und Zeug posten, das mir später nur peinlich sein wird.

Tja. Tut mir leid, wenn ich nun jemanden vor den Kopf stoße. Aber ganz ehrlich? Falls es noch igendwen gibt, dem wirklich etwas daran liegt, was von mir zu hören, dann ist es doch besser, wenn ich auf weniger Plattformen aktiv bin aber dafür zumindest ein Bisschen regelmäßiger, oder? Also vielleicht ist dieser Eintrag doch nicht ganz so "Meh" wie ich befürchtet hatte.

Samstag, 14. November 2015

Sie lebt noch

Ja, ich lebe noch. Nach monatelanger Flaute, anämisch anmutender Müdigkeit und Lustlosigkeit und allgemeiner Faulheit, komm ich jetzt langsam zurück und will meinen Blog hier auch wieder etwas aufleben lassen. Theoretisch hätte ich ja wieder ne Menge zu erzählen. Nach meinem ersten Praktikum war ich ja einen Monat lang in Freiburg, um mein zweites dort zu machen, und Freiburg bestand ... Freiburg bestand aus vielen Dingen, von denen nicht alle wirklich vorbildlich waren, und irgendwo war da auch noch die Arbeit. XD Die war eigentlich super, aber auch ermüdend (gut, wenn man kaum schläft und verkatert zum Frühdienst kommt, dann ist's klar, dass man ein Biiiiisschen müde ist). Irgendwie ist es schon merkwürdig, wie weit entfernt das inzwischen alles scheint, obwohl es erst zwei Monate her ist. Im Sommer war dafür die Uni in den Hintergrund gerückt. Jetzt gehe ich irgendwie wieder meinem üblichen Alltag aus Vorlesungen, Seminaren, Arbeit aufschieben, essen und schlafen nach. Wobei, letzeres wohl ein Bisschen zu wenig. ^^'
Aber immerhin werd ich jetzt langsam wieder aktiver. ^^ Gestern hab ich endlich wieder ein paar Kommentare auf Poolys geschrieben und jetzt ist der Blog hier dran. Viel Zeit habe ich zwar nicht, weil ich noch eine Menge zu tun hab und mit meiner chronischen Aufschieberitis für alles doppelt so lange brauche, aber, äh ... ein Anfang ist ein Anfang? Oder so. XD
Und außerdem hab ich auch endlich wieder eine Kurzgeschichte angefangen, die fast fertig ist. Ich bin extrem aus der Übung ... man merkt mir wirklich an, dass ich lange nichts mehr geschrieben hab. Aber allzu schlecht wird sie am Ende hoffentlich trotzdem nicht sein. Einen kleinen Ausschnitt kann ich hier gleich hochladen, die ganze Geschichte wird dann demnächst auf Poolys und eventuell Fanfiktion.de zu finden sein. Da bin ich zwar endgültig weg aus dem Forum und werd wohl auch nicht wiederkommen, aber ich habe überlegt, alles was ich schreibe trotzdem dort hochzuladen, weil es da für jeden sichtbar ist, auch für die, die nicht auf Poolys angemeldet sind. Und ansonsten war's das irgendwie auch schon ... irgendwie hatte ich auch schon mal mehr zu melden. Aber spätestens nach den nächsten Modulprüfungen (noch zweieinhalb Wochen *würg*) wird sich das hoffentlich wieder ändern. ^^

Vielleicht war ich naiv, weil ich mir eine kitschige, auf tragische Weise glamouröse Abschiedsszene vorgestellt habe, vielleicht war es auch nur Wunschdenken, dem sich jeder mal hingibt. Vielleicht tut Hollywood uns ja sogar etwas Gutes, indem es diese Illusion aufrechterhält. Anstelle meiner schönsten Sachen trage ich nun einen gelben Schutzkittel, Handschuhe und einen Mundschutz, um keinen schleimigen Durchfall zu bekommen, und statt zu lächeln, gurgelt meine Oma. Sie aspiriert, hat ein Pfleger gesagt. Jeder Atemzug klingt ein Bisschen, als würde man durch einen Strohhalm in sein Getränk pusten. Immerhin kann ich so hören, ob sie noch am Leben ist, denn an ein EKG ist sie nicht angeschlossen. Noch so ein Klischee, das nur der Dramatik wegen in Filmen zu finden ist. Hier wird es nicht gebraucht. 

Samstag, 29. August 2015

Krankenhausgeschichten II - Monatsrückblick Teil 3

Ich bin sehr enttäuscht von Bochum. Ich hatte mich darauf verlassen, am Hauptbahnhof einigermaßen Empfang und mobiles Internet zu haben, um den Post zu veröffentlichen oder zumindest speichern zu können. Bin mal gespannt, wann ich's schaffe.

Ich habe um ehrlich zu sein keine Ahnung, wann ich dazu komme, den Post hier hochzuladen. Gerade ist es 8 Uhr morgens, ich sitze seit anderthalb Stunden in einem EC 9 nach Freiburg und ich habe zwar mobiles Internet, aber ihr könnt euch bestimmt selbst denken, wie zuverlässig das auf einer Zugfahrt ist. Aber wie auch immer, da ich zwar todmüde bin, aber auch noch 4 Koffeintabletten dabei habe und hier sowieso nicht schlafen kann, habe ich beschlossen, dass so eine sechsstündige Zugfahrt eigentlich perfekt ist, um den (vermutlich) letzten Teil meines Praktikumsberichts zu schreiben. Dazu ist die Deutsche Bahn nämlich trotz allem wirklich gut geeignet – in Zügen konnte ich schon immer am besten schreiben. Also ohne viel mehr zu labern, geht’s jetzt einfach weiter.


Herr D

Herr D wurde etwa anderthalb Wochen nach meinem Praktikumsstart auf unsere Station verlegt. Bei der Übergabe erfuhr ich, dass er wegen akuten Nierenversagens, was auf dem Übergangszettel als NIV abgekürzt war, hier war, und außerdem, dass er mal Methadon bekommen hatte, welches nun ziemlich abrupt abgesetzt worden war. Später erfuhr ich dann auch, dass so ein Opiatentzug, der im Allgemeinen ziemlich fies ist, bei Dialysepatienten nicht ganz so heftig verläuft, und tatsächlich kann das sen. Ich fand Herrn D am ersten Tag ja noch etwas entzugig, aber das legte sich ziemlich schnell.

Was eigentlich mehr auffiel, war die Apathie. Klar, wenn man 3 Wochen auf der Intensivstation verbracht hat und so geschwächt ist, dass man sich nicht mal allein aufrichten kann, dann kann von einem nicht wirklich viel Eigeninitiative erwartet werden. Ich denke ja sowieso, dass man – zumindest, wenn man wirklich ans Bett gefesselt ist – höchstens eine Krankheit gegen eine andere tauscht, wenn man längere Zeit im Krankenhaus ist. Ich mein, den ganzen Tag über nur in diesem Zimmer liegen und nichts tun können außer Fernsehen, da muss man ja irgendwann kirre werden. Oder auch irre.

Wie auch immer, ich hatte mir zu dieser Zeit irgendwie angewöhnt, bei Patienten wie Herrn D, die so still waren und kaum sagten, was sie wollten und brauchten, etwas fürsorglicher zu sein. Man könnte es auch einen verkorksten Beschützerinstinkt nennen. Da ziemlich eindeutig war, dass der arme Kerl auch emotional ziemlich fertig sein musste, fragte ich eben etwas häufiger nach, wie es ihm ging und ob ich ihm noch etwas bringen oder etwas für ihn tun konnte. Vielleicht auch, weil ich ja später mit Drogenabhängigen arbeiten will – wobei ich zur Zeit mehr zu ehrenamtlicher Tätigkeit tendiere als dazu, Therapeutin zu werden, weil … ganz ehrlich, ich wär ne Scheißtherapeutin und ich weiß auch nicht, ob ich es so richtig mögen würde. Vor allem war es aber auch mal toll, Fortschritte zu sehen, während es anderen Patienten immer schlechter ging. Fortschritte hat er nämlich gemacht.

Ich bin ja seinem Zimmernachbarn unglaublich dankbar. Der war einfach ein richtig netter und fürsorglicher Mensch, der auch um seinen Nachbarn besorgt war. Der zweite war da schon etwas weniger freundlich. „Da hab ich echt kein Mitleid, es ist seine eigene Entscheidung gewesen“ – ich weiß nicht, ob er das nur zu mir oder auch zu Herrn D gesagt hat, aber gezeigt hat er es sicher. Ich hab ja nun nichts gegen den Mann, er hat schon seine Gründe für seine Einstellung, aber ich kann dem einfach so gar nicht zustimmen.
Aber wie auch immer, Herr D machte also Fortschritte. Irgendwann legte sich die Apathie und er begann, sich mit seinem ersten Zimmernachbarn und mit mir zu unterhalten. Irgendwann legte sie sich auch noch mehr und er wurde in den Augen einiger Angestellter auch etwas zu frech, weil er von mir zum Rauchen heruntergefahren werden wollte. Mit Hilfe war es inzwischen möglich, ihn in einen Transportstuhl zu setzen und wenn ich mal ein Bisschen Zeit und nicht zu viel um die Ohren hatte, fuhr ich gern herunter. In solchen Fällen kann man ja auch wirklich nichts gegen das Rauchen sagen – zumindest im Krankenhaus überwiegen die positiven Effekte ja fast, wenn es die Patienten etwas mobilisiert und sie mal aus dem Zimmer rauskommen. Und seien wir ehrlich, die wenigsten gehen einfach nur raus, um spazieren zu gehen. Spazieren gehen ist so etwas, was Hausärzte und Apothekenzeitschriften immer empfehlen, und letztendlich tut’s doch keiner ohne Ziel. (Und die Krankenhausumgebung ist echt keinen Spaziergang wert). Das mit der Frechheit fand ich nun auch nicht so schlimm. Immerhin meckerte Herr D niemanden an, wenn irgendwas mal nicht ging, sondern akzeptierte das einfach.

Jedenfalls, Fortschritte. Eines Tages kam ich also ins Zimmer, um Herrn D zum Rauchen herunterzufahren, und er wollte mir ziemlich aufgeregt unbedingt etwas zeigen – nämlich dass er inzwischen dank Dialyse und Physiotherapie allein aufstehen und sich in den Stuhl setzen konnte. Was schon ziemlich gut ist für so kaputte Nieren. In der Zwischenzeit hing eine durchmetastasierte Patientin ziemlich an ihrem Dipidolor (Schmerzmittel, ein Opiat mit einer analgetischen Potenz* von 0,7) und ein weiterer Patient, mit dem ich mich gut verstand (der Nachbar von Herrn A) war in die Palliativpflege entlassen worden. Eine Patientin, die in einem Zustand war, den man im Allgemeinen als „menschliches Gemüse“ bezeichnet, war in ein Pflegeheim entlassen worden, ein weiterer PKMS-Patient, der völlig klar im Kopf war, aber unfähig sich zu bewegen oder zu sprechen, war regelmäßig frustriert, weil er sich unbedingt verständigen wollte, aber das fast nur mit Lauten tun konnte. Ich konzentriere mich auf die Fortschritte. Mir sagte ein Kollege nämlich, dass er zwischendurch Zweifel daran gehabt hatte, ob Herr D wirklich auf die Beine kommen will – die hatte ich um ehrlich zu sein nie, vor allem nicht, als er mir unbedingt zeigen wollte, was für Fortschritte er gemacht hat. Als er an meinem vorletzten Tag entlassen wurde, hatte auch keiner wirklich Zweifel daran.

Ganz ehrlich? Ich mag den Kerl nicht nur, weil ich Mitleid hatte und mein Schaden, der sich als Hirn tarnt, auf Drogen und Drogengeschichten aller Art reagiert. Der war auch einfach unglaublich sympathisch. Den mochten auch viele Patienten, die er unten beim Rauchen getroffen hatte, und ein Transportpfleger, der sich am Tag seiner Entlassung – meinem vorletzten Tag – unglaublich darüber freute, dass er inzwischen rollstuhlmobil war. Und den lästigen DK** losgeworden war. Der Abschied fiel dann auch ganz freundlich aus. Und ich mag solche Geschichten einfach. Da hatte ich einen Tag davor noch erfahren, dass eine andere Patientin, mit der ich mich gut verstand, in der letzten Nacht verstorben war, und fand am selben Tag eine weitere (bei der es aber alle erwartet hatten) tot – frisch verstorben – in ihrem Bett auf, irgendwie wollte ich mich da auch selbst ablenken und auf die positiveren Geschichten konzentrieren.


Im Zug riecht’s grad außerdem nach faulen Eiern. Das irritiert mich. Ich hab außerdem 40 Minuten gebraucht, um Herrn Ds Geschichte aufzuschreiben, und jetzt kommen noch mehr (vielleicht teil ich das doch noch weiter auf). Ich nehme mir Zeit für euch, Menschen, und schreibe trotz aller Widrigkeiten, wie dem Gestank fauler Eier, weiter. Ich erwarte, dass das jemand zu schätzen weiß. :P
Äh, ja, ich glaub, ich mach dann auch mal weiter.


Frau E

Eine weitere Patientin, mit der ich mich anfreundete, war Frau E. Ich weiß gar nicht so genau, was Frau Es Diagnose war, um ehrlich zu sein. Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass sie gerade ein künstliches Hüftgelenk bekommen und unglaubliche Schmerzen hatte, vor allem am ersten Tag, als das noch keiner wusste und ihre Schmerzmedikation noch nicht eingestellt war. Ja … ich glaub, da hätte ich auch Schmerzen. Da hätte jeder Schmerzen. Irgendwer meinte, sie sei ein Bisschen rastlos und durcheinander, aber so habe ich sie eigentlich nicht empfunden. Ja, sie hatte eine psychische Erkrankung, aber das macht einen ja nicht komplett unzurechnungsfähig. Stundenlang stehen und rumgehen, weil sitzen zu schmerzhaft ist und man sich wegen der Schmerzen nicht ohne Hilfe hinlegen kann, das kann einen schon eher unzurechnungsfähig machen. Haben wir dann aber hingekriegt. Ich unterhielt mich oft mit Frau E und ihrer Nachbarin, mit welcher ich mich auch gut verstand. Ja … die beiden meinten, ich wäre ein Glücksgriff, aber ich glaube nicht, dass ich netter bin als andere Pfleger bzw Praktikanten, ich mochte die beiden einfach.

Auf eine Sache bin ich aber ganz stolz. Einmal, an meinem letzten Tag, klingelte Frau E nämlich, und als ich ins Zimmer kam, sah ich, dass sie sich in einer ziemlich unangenehmen Situation befand, in der sie sich sowohl schämte als auch mehr oder weniger an einen Fleck gebunden war, da sie nicht nur kaum gehen konnte, sondern auch an einer Infusion hing, die an einem Infusionsständer aufgehängt war, welcher am Kopfende neben dem Bett stand. Deren Schlauch sich außerdem ziemlich verheddert und über ein Kante gespannt hatte. Also kümmerte ich mich um Frau E, sagte einem Kollegen, der gerade zum Messen herumging, Bescheid, dass sie noch etwas Zeit brauchte, und ja, da kann ich tatsächlich sagen, dass ich ganz stolz darauf bin, dass ich nicht komplett überfordert reagiert, sondern mich einfach um alles gekümmert hat. Frau E war da sicher auch erleichtert drüber. Sie war auch traurig, dass ich gehe, und ich versprach ihr, sie am nächsten Tag noch einmal zu besuchen. Es war mein letzter Tag, aber ich musste noch einmal ins Krankenhaus, um mir bei der Pflegedienstleitung eine Bescheinigung unterschreiben zu lassen. Da hatte ich auch einem weiteren Patienten (mit dem ich wohl irgendwie ein kleines Bisschen geflirtet hab … aber erst nach Dienstschluss! Weil professionell und so :P) sowieso versprochen, dass ich noch einmal bei der Station vorbeischauen und ihn besuchen würde, und bei ihr wollte ich dann auch nochmal vorbeischauen (und außerdem hatte der Lockenkopf am nächsten Tag Dien

Ja … Frau E merkte auch, dass es mir auch ein Bisschen um den Lockenkopf ging. Ich besuchte sie natürlich gern und wir plauderten ein Bisschen … nachdem ich schon ein Bisschen viel mit dem anderen Patienten geplaudert hatte. Ehrlich, ich war über eine Stunde lang in diesem Krankenhaus, weil ich mich nicht trennen konnte. Irgendwann fiel mir dann auf, dass das wohl ein Bisschen komisch rüberkam, im Krankenhaus rumzuhängen, und ich meinte dann zu ihr, dass ich mich wohl leider bald auf den Weg machen sollte.
„Sie wollen den Lockenkopf nochmal sprechen, oder?“
Ja. Das kennt ihr ja schon. :P Frau E meinte auch noch, ich solle keine Dummheiten machen, aber das hatte ich eh nicht vor. Besagter Lockenkopf hat ja irgendwie ganz eigentlich eine Freundin, mit der er zusammenwohnt. Dieses kleine Detail hab ich wohl vergessen zu erwähnen. Ist ja vernachlässigbar, ne? :P



Und ich glaube, das wars dann erstmal von meinen Krankenhausgeschichten. Zumindest aus dem krankenhaus. Ich bin ja nun immer noch unterwegs zum nächsten Praktikum, nachdem ich die Unterkunft gestern organisiert hab (nach einer kurzen Panikattacke, einem längeren Streit, einer Reservierung im Hostel, die ich dann doch nicht gebraucht habe, und dem Plan, einfach trotzdem hinzufahren und „Irgendwas findet sich schon“). Mal schauen, was es aus Freiburg zu erzählen gibt. Aber erstmal verabschiede ich mich. Mein Tablet hat vorhin schon so getan, als gäbe es die Hälfte seines Bildschirms nicht, und ich will das Ding nicht überstrapazieren, wenn es schon gerade auf’m Lia-hassen-Trip ist wie mein Handy (das mich einfach leiden sehen will, auch wenn es das niemals zugeben würde). Und bis dahin schau ich mal, wie ich die reslichen 4 Stunden überbrücke und wie ich es schaffe, das Babygeschrei auszublenden (Ich liebe Kinder, aber es ist immer noch eine 7-stündige Zugfahrt …). Fight Club und Musik sollten hoffentlich reichen. ^^

Sonntag, 23. August 2015

Krankenhausgeschichten I - Monatsrückblick Teil 2

Bevor ich zum Praktikum komme, first things first - denn das habe ich letzten ... nein, vorletzten Monat (T__T) komplett vergessen.
ASDFGHJKJH Festival unso. Das Hurricane, wisst ihr noch? Das war übrigens toll. Gut, ich war beim Placebo-Konzert betrunken (etwas zu betrunken), aber es war trotzdem toll. Die einzige Möglichkeit dieses Jahr, sie live zu sehen und ich war auch noch im First Cage und ganz nah dran. *_*
Am nächsten Tag war dann ... ne Menge Deutschrap angesagt. Witziger Deutschrap. Und bitte, Alligatoah muss man sehen. Am liebsten war mir aber die letzte halbe Stunde vom Marteria-Konzert, als alle KIZ-Gänger rübergegangen sind und somit mehr oder weniger das gesamte Festival vor dieser Bühne versammelt war. Da herrschte echt den ganzen Tag über tolle Stimmung. Nur geiziger sind die Veranstalter scheinbar geworden, aber das überrascht nun wirklich niemanden mehr.
Und das war's auch schon mit der sehr kurzen Kurzfassung vom Festival. Eigentlich hätte ich mehr zu erzählen gehabt. Eigentlich hätte ich auch früher davon erzählen können/sollen. Aber naja. So müssen eben zwei Absätze und zwei Spotify-Links ausreichen.

(Damit verbinde ich irgendwie immer noch ein Bisschen "Meeeeh, das Konzert ist vorbei T_T", weil letzer Song)


(Auch der letzte Song. Ich muss ja sagen, Alligatoah hab ich kaum gehört, dafür hat das Publikum zu laut mitgegrölt. XD)


So, und nun geht's weiter. Nach dem Vergnügen die Arbeit, oder so. Wobei ich ja schon sagte, dass ich das Praktikum eigentlich echt toll fand. Harte Arbeit war es schon, aber es hat auch verdammt Spaß gemacht. Und ich habe eine Menge Menschen kennengelernt, die mir noch lange in Erinnerung bleiben werden (also jetzt nicht nur der Lockenkopf, ne? Ich wollte mit der Formulierung nur tiefsinnig klingen und so ...). Okay, also wie auch immer, ich werde also von den Patienten und vielleicht dem Lockenkopf erzählen. Um ihre Identität zu schützen sie einfach nach dem Alphabet benennen - also Herr A, Frau B, etc - und auch nicht den ersten Buchstaben des Nachnamens oder ähnliches nehmen. Mir ist bewusst, dass ich damit übervorsichtig bin, weil kein Schwein meinen Blog kennt und niemand, der diese Menschen kennt oder auf der Station arbeitet, das hier lesen wird, aber ich bin lieber übervorsichtig, als der Öffentlichkeit zu viel zu verraten, und deshalb behalte ich - ganz der Schweigepflichtserklärung entsprechend, die ich unterschreiben musste - sowohl den Namen des Hauses als auch persönliche Details und Daten der Patienten für mich.


Herr A

Ich muss ja zugeben, ich wusste eine Weile lang nicht, ob ich Herrn A mögen soll oder nicht. Herr A war der erste Patient, mit dem ich arbeiten musste, zwangsläufig, da er geklingelt hat und alle außer mir gerade beschäftigt waren. Herr A ist ein Pflegefall, bettlägerig aufgrund einer ausgeprägten Muskelatrophie, aber geistig noch komplett anwesend und ein sehr kluger und gebildeter Mann. Und meine Güte, der Herr wusste, was er will. Und wenn ich das mal nicht wusste, oder nicht so gemacht habe, wie er es will, dann hat er das auch sehr deutlich gemacht. Ein Bisschen nervös gemacht hat er mich ja schon, aber letztendlich muss ich ihm doch dankbar sein. Gerade in den ersten Tagen, wo ich noch komplett unerfahren war und mich auch ziemlich ungeschickt angestellt habe, habe ich bei ihm am meisten gelernt. Und am Ende hat er mir genau die Rückmeldung gegeben und meinte, dass ich noch eine gute Ärztin werde, wenn ich so weitermache wie bisher. Bei seiner Entlassung war er dann gut drauf und der Abschied fiel ganz freundlich aus.


Herr B

Auch Herr B war einer der ersten Patienten, denen ich begegnet bin. Meine Güte, ich bewundere diesen Mann! Bald 90, aber ich hätte ihn für 30 Jahre jünger gehalten. Er ist nicht nur körperlich noch unglaublich fit (außer wenn er gerade Chemo kriegt, aber jeder der Chemo kriegt, ist abgeschlagen), sondern auch geistig jung und offen geblieben. Mit Herrn B habe ich mich oft unterhalten und er war in gewisser Weise das Gegenteil von Herrn A. Nicht nur war er kaum auf Pflege angewiesen, sondern er hat sich auch kein einziges Mal beschwert, wenn er mal irgendetwas nicht sofort bekommen hat. In gewisser Weise war das der Ausgleich zur doch anstrengenden und manchmal nervenaufreibenden Arbeit bei Herrn A. Bei Herrn B habe ich die meiste Zeit eigentlich nur damit verbracht, mich zu unterhalten, angefangen mit der Pflegeanamnese, bei der ich ihn einfach alles habe erzählen lassen, was er erzählen wollte - und er ist eine ziemliche Plaudertasche - weil ich mir dachte, wenn ich schon die Möglichkeit und Zeit dazu habe, warum nicht auch mal einen Patientn reden lassen. Und dann haben wir uns irgendwann ganz oft unterhalten. Übrigens ist Herr B für die Gleichstellung der Ehe und das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare. So viel zum Klischee des mürrischen alten Mannes. Ich glaube, wenn ich jemals so alt werden sollte, will ich so positiv, offen und lebensfroh sein wie Herr B. 


Frau C

Frau C war eine der Patientinnen, bei der die Kommunikation ein Bisschen schwieriger ausfiel. Auf den ersten Blick könnte man schnell denken, sie wäre dement und eigentlich nicht mehr da. Aufgrund eines Schlaganfalls, bei welchem vermutlich das Broca-Areal (das für die Produktion von Sprache zuständig ist, nicht jedoch für das Verständnis), kann sie nur noch wenige Worte sprechen. Übrigens habe ich ihr das irgendwann auch erklärt, wie das funktioniert. Ich weiß nicht, wie dement die Frau wirklich ist, aber bei mir war sie immer voll da und hat alles selber machen wollen, was sie trotz Hemiparese selber machen konnte. Und einen Sinn für Humor hat sie auch. Die Frau ist echt intelligent, und unglaublich lieb und niedlich. Ernsthaft, ich habe versucht, möglichst viel von dem, was bei ihr gemacht werden muss, zu machen, einfach nur, weil ich so gern bei ihr war. Und sie hat mir auch gezeigt, dass man sich bei manchen Menschen wirklich die Zeit nehmen muss, um sich mit ihnen auseinanderzusetzen, und sie nicht einfach als dement und geistig nicht mehr da abstempeln sollte. Es mag so wirken, aber es ist nicht immer so. Und irgendwie ist es doch eine Sache des Respekts, dann mit ihnen und nicht über sie zu sprechen, und sich zumindest um so viel Kommunikation zu bemühen, wie sie eben möglich ist. 

Und ich sehe schon, das Praktikum nimmt mehr Posts ein, als anfangs geplant. Aber dieser Beitrag ist schon lang genug und der nächste Patient, von dem ich erzählen will, würde schon die Länge der letzten drei zusammen einnehmen, und dann gibt es noch mehr und ... ihr könnt euch schon denken, warum ich das lieber splitte, statt euch einen ganzen Roman in einem Post zuzumuten. Ich hoffe nun, dass das auch irgendwen interessiert, aber ganz ehrlich? Selbst wenn nicht, werde ich's trotzdem schreiben. Weil ich die Geschichten auch aufschreibe, um sie für mich irgendwo aufgeschrieben zu haben. Das heißt, wer sich so gar nicht dafür interessiert, der kann den nächsten Post gern überspringen und muss sich dann leider ein Bisschen gedulden. Allerdings bin ich sehr wohl offen für Vorschläge und Wünsche, worüber ich als nächstes schreiben soll - Kreatives, Anekdoten aus dem Leben, Meinungen ... sagt mir einfach, was ihr gern lesen wollt, und ich werde versuchen, etwas dazu zu schreiben. Der Blog hier ist sowieso für alles da, und ich schreibe alles gleich gern, also kann ich auch Wünsche annehmen (oder es zumindest versuchen, garantieren kann ich trotzdem wie immer nichts). :)

Donnerstag, 20. August 2015

Praktikumsblues - oder auch Monatsrückblick Teil 1

Ich schäme mich ein Bisschen, weil ich den Blog hier so lange so sehr vernachlässigt hab. Irgendwie ist's ein Teufelskreis: je weniger ich hier aktiv bin, desto weniger habe ich Lust darauf, etwas zu schreiben und desto weniger habe ich das Gefühl, dass es sich lohnt, über etwas zu bloggen, oder dass es noch jemanden gibt, der es lesen würde.
Aber den Teufelskreis möchte ich jetzt durchbrechen, denn ich habe was zu erzählen. Eine Menge sogar. Die letzten 30 Tage habe ich nämlich, wie ich vermutlich schon oft erwähnt habe, ein Krankenpflegepraktikum gemacht. Insgesamt 3 Monate braucht man laut Approbationsordnung, und es muss mindestens ein Monat am Stück sein, damit das Praktikum vom Landesprüfungsamt für Heilberufe anerkannt wird. Den ersten Monat habe ich nun gestern beendet, auf einer onkologischen und inneren Station. Die Hälfte der Betten gehört dort der Gastroenterologie, die andere Hälfte der Onkologie (was übrigens der perfekte Einstieg für Emetophobiker wie mich ist. XD Aber ich hatte Glück und musste nur einmal jemanden reihern sehen).

Vielleicht erinnert der eine oder andere sich noch daran, wie ich in einigen Posts zumindest angedeutet habe, wie schlimm das werden wird und wie wenig Lust ich darauf habe. Dass man als Praktikant wie Dreck behandelt wird und es nur anstrengend ist und ich mir eh nicht zutraue, die Arbeit gut zu machen. All das will ich hiermit zurücknehmen. Harte Arbeit ist Krankenpflege zwar, aber ... scheiße, ich hab fast geheult, als es vorbei war. Ich hab mich kaum von der Station, den Patienten und meinen Ex-Kollegen trennen können. Und deshalb heißt der Post hier auch Praktikumsblues - nicht etwa, weil die Arbeit mich mich so mitnimmt (auch wenn sie das schon getan hat und das einer der Gründe war, warum ich's einfach nicht hingekriegt hab, zusätzlich auch noch zu bloggen), sondern weil ich die Arbeit trotzdem vermissen werde. Und weil ich da eine Menge erlebt und gelernt habe, will ich darüber nun ein Bisschen berichten. Oder auch viel. Wer nicht alles lesen will, dem mach ich keinen Vorwurf. Ehrlich nicht. Aber der Blog hier ist nun einmal ein Bisschen wie eine Tagebuch und ich will davon erzählen. Natürlich werde ich keine Namen nennen und nicht mal den ersten Buchstaben des Nachnamen der Patienten nehmen, sondern sie einfach dem Alphabet folgend Herr A, Frau B, etc nennen. Weil Privatsphäre, Schweigepflicht, etc. Versteht ihr bestimmt. ;)

Wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich mir selbst eigentlich nicht zugetraut, irgendwas in dem Praktikum richtig hinzukriegen. Ich weiß auch nicht, inwiefern mir das Freunde und Familie zugetraut haben. Ich meine, zum einen geht der Frühdienst von 6-14 Uhr, und ich habe praktisch nur Frühdienste gehabt. Das Aufstehen um halb 5 ging, aber wohl auch nur, weil mein Gehirn (eindeutig das Hirn eines Nachtmenschen) die Uhrzeit noch als Nacht angesehen hat. Aber für einen Morgenmuffel wie mich ist das schon eine Herausforderung.
Und zum anderen habe ich mir einfach nicht zugetraut, in irgendeiner Form kompetent und freundlich zu wirken und mir keine Feinde unter Patienten und Pflegern zu machen. Wer mich kennt, weiß, dass ich noch ein paar Komplexe habe, was meine soziale Kompetenz angeht, und mir in der Hinsicht sehr wenig zutraue. Aber wie ich erfahren habe, ist es schwer, sich auf der Onkologie Feinde zu machen. Da muss man schon sehr viel falsch machen, und so ungeschickt bin nicht mal ich.
Vielleicht ist es aber auch nur ein Gerücht, dass man als Pflegepraktikant wie Dreck behandelt wird, wenn man sich nicht wie ein kompletter Vollarsch aufführt und halbwegs versucht, auch mal mitzuhelfen und nicht nur danebensteht und guckt wie ein Auto. Stressig ist es so oder so, weil nun einmal alle Stationen unterbesetzt sind, und als Praktikant wird man zwar nicht bezahlt, aber ist praktisch eine Vollzeitkraft und wird ähnlich eingeteilt wie Azubis. Es müssen natürlich immer examinierte Pflegekräfte da sein, aber das heißt nicht, dass man als Schüler oder Praktikant nichts tun muss. Und wenn man als Praktikant mal eine weniger angenehme Aufgabe erledigen muss, dann hat das auch nichts damit zu tun, dass die Drecksarbeit an einen abgeschoben wird oder Ähnliches, sondern daran, dass es gemacht werden muss. Ein netter kleiner Nebeneffekt dabei ist, dass man dabei eine Menge lernt, weil man's einfach machen muss. Konfuzius hatte schon recht - Lass es mich tun ich werde es begreifen.

Und abgesehen vom Lerneffekt hat es auch einfach irgendwie ... Spaß gemacht. Klar, es war viel Arbeit und ermüdend, und ich war auch so manches Mal frustriert über mich selbst, wenn ich irgendwas vergessen oder nicht richtig hinbekommen habe oder das Gefühl hatte, mit meiner Ahnungslosigkeit eher ein Klotz am Bein als eine Hilfe zu sein. Aber insgesamt war der Kontakt mit den Patienten (und einigen Kollegen) so ziemlich das Beste am Praktikum, und deshalb werde ich im nächsten Post auch noch eine Menge über die Leute erzählen, mit denen ich gearbeitet hab. Und tatsächlich habe ich auch von einigen die Rückmeldung bekommen, dass ich hilfsbereit bin und eine freundliche Ausstrahlung hab und ... scheiße. Das ist so ziemlich das letzte, was ich erwartet hätte. *_*
Zum Klischee geworden bin ich übrigens auch ... oder nein, das stimmt nicht ganz. Ich war vorher schon ein Klischee, glaube ich. Ein Klischee, das in letzter Zeit ein Bisschen viel flirtet. Nie ernsthaft, weil ich gerade gar nichts ernstes will, aber dafür oft. ^^' Ich ... denke folgende zwei Gespräche, die ich mit zwei Patientinnen unabhängig voneinander geführt habe, werden deutlich machen, was ich meine.

Ich: Ich werd's hier echt vermissen. Es gibt so viele Patienten von denen ich gern wüsste wie's weitergeht, und Kollegen mit denen ich gern noch nen Dienst gehabt hätte.
Patientin: Der mit den Locken, oder?

Und heute dann Folgendes, nachdem ich nur kurz bei der Pflegedirektion war und dann nochmal vorbeigeschaut hab weil ich's ein paar Patienten versprochen hatte:

Ich, nachdem ich mich eine Weile mit einer Patientin unterhalten hatte: Okay, ich denke, ich mach mich mal auf die Socken, bevor's komisch wirkt wie lang ich hier rumhäng (weil, äh, ich ne halbe ewigkeit mit einem anderen Patienten geplaudert und Nummern ausgetauscht hab ... Klischee und so)
Patientin (eine andere, wohlgemerkt): Sie wollen den Lockenkopf nochmal sprechen, oder?

Ja. Ja, in der Tat. Äh, ups? ^^' Ich hoffe jetzt einfach mal, dass besagter Lockenkopf das hier nicht liest, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er meinen Blog nicht kennt, und mein Internetpseudonym sowieso nicht (ja, ich heiße im RL tatsächlich nicht Lia Roger), also bin ich wohl auf der sicheren Seite. Neben dem Lockenkopf sind da außerdem auch noch ein Patient (den ich vorhin schon erwähnt hatte) und eine Praktikantin bei der Transportpflege. Wobei ich die wohl nicht mehr wiederseh. Äh, ups? ^^' Habe ich schon erwähnt, dass ich ein Klischee bin? Wenn nicht, dann sage ich es nochmal, weil ich das gar nicht oft genug sagen kann: Ich bin ein Klischee. Tja. Und ich will gar nicht wissen, was sich die anderen Pfleger und Schwestern gedacht haben, wenn schon zwei Patienten was gemerkt haben. ^^''

Naja. Wie auch immer. Jetzt hab ich erstmal genug gelabert, der Post hier ist schon lang genug und ich will immerhin noch einen schreiben, in dem ich ein paar Geschichten übers Praktikum erzähl. Also verabschiede ich mich jetzt erstmal, weil der Supermarkt mit einer TK-Pizza auf mich wartet (mein Geschirrspüler ist kaputt, ich werde definitiv NICHT kochen), und dann meine Wohnung, die mal wieder aussieht wie Sau. Und dann vielleicht endlich mal wieder was Kreatives, ein Musikcover (Ich bin gerade dabei Loud like Love einzuüben) oder endlich mal wieder ein Bisschen schreiben. Mal schauen. Also war's das erstmal, aber mit etwas Glück komme ich heute Abend oder morgen wieder zum Bloggen. Und ich hoffe wirklich, dass es noch jemanden interessiert und ich in der langen Blogpause nicht sämtliche Leser verloren hab und nur noch Selbstgespräche führ ^^' XD

Donnerstag, 11. Juni 2015

ASDFGHJK!! *_* oder auch: Mir scheint die Sonne aus'm Arsch

Oder so. Vielleicht ist gerade nicht alles perfekt, aber es ist ziemlich nah an Perfektion dran. Und ich bin dauerglücklich und -geflasht. ^^

Vor ein paar Monaten habe ich mir ja überlegt, wie toll es wäre, dieses Jahr zum Hurricane zu fahren. Und dann hatte ich das Festival und damit Placebo auch wieder abgeschrieben, weil es mitten im Modul liegt und kostet und und und. Und mich in Selbstmitleid gesuhlt.

Tja, und dann fragte mich eine Freundin vor zwei Tagen, ob ich nicht mit ihr hinwolle, denn sie kriege noch günstig Tickets. Ich konnte nicht nein sagen. Ich wollte auch nicht nein sagen. Und seitdem läuft gerade einfach alles perfekt. ^^

Jetzt kriege ich das Ticket also für 2/3 von dem Preis und kann doch hin und freue mich total darauf. Und überhaupt bin ich gerade ständig in glücklicher Sommerstimmung. Die Sonne tut gut. Das tut sie wirklich. Und sie scheint mir eigentlich dauerhaft aus', Arsch. ^^

Ich habe aber auch unwahrscheinlich viel Glück im Moment. Jede Kleinigkeit scheint gerade einfach gut zu laufen. Da trage ich Shorts und fühle mich wohl darin, trotz mancher Komplexe, vor denen auch ich nicht immer verschont bleibe. Dann bin ich beim Optiker, um für das Festival Tageskontaktlinsen zu kaufen, und kriege sie geschenkt. Gratis die Probierlinsen gekriegt, weil's ja nur für das Festival ist. Und ich war in der Sonne - fast etwas zu lange. ^^' Ich hätte mich auch in den Schatten legen können, als ich mit einer Freundin in den Park gegangen bin und Musik gehört hab, aber da ich aus Protest gegen die ganzen Jeans- und Jackenträger den ganzen Tag nur in Top und Shorts rumgelaufen bin, wäre es da etwas kühl geworden. Um auf dem Festival einem Sonnenstich vorzubeugen, habe ich mir dann aber doch einen Sonnenhut gekauft. Genaugenommen sogar zwei. ^^ Äh, ja, Kaufrausch. Und der eine war auf 2€ herabgesetzt.

Ich werde ziemlich pleite sein, wenn ich das Ticket bezahlt und meiner Mutter alles Geld, was ich für Festivalkram ausgebe, zurückgegeben hab. Und ich werde dieses Modul wohl nicht gerade Bestnoten kriegen. Aber das ist's mir sowas von wert. ^^

Das einzige, was mir noch ein Bisschen Sorgen macht, ist mein linker Fuß. Der tut seit einigen Tagen ziemlich weh und hindert mich neben meiner allgemeinen Faulheit sogar am Aufräumen, weil ich damit nicht herumlaufen mag. Vor dem Festival gehe ich damit nicht mehr zum Arzt, da würde ich eh keinen Termin kriegen. Und außerdem bin ich unvernünftig genug, lieber nicht zu riskieren, dass man mir dann sagt, ich solle nicht zum Festival. Und das (und Placebo) ist mir geade nun einmal wichtiger. Man muss sich halt auch mal Prioritäten setzen, ne? :P Mein Fuß wird also warten müssen. Zum Glück habe ich heute aber herausgefunden, dass er in den richtigen Schuhen - die, die ich rein zufällig sowieso beim Festival anziehen wollte - fast keine Beschwerden macht. Wird also hoffentlich nicht so schlimm und immerhin hat er noch eine Woche, um sich zu beruhigen. Bis dahin trage ich dann ausschließlich bequeme Schuhe, egal wie's aussieht. Das Festival (und Placebo) geht vor. ^^

Ja. Und ansonsten ... gibt's wenig Neuigkeiten von mir. Ich geh zur Uni, ich bearbeite meine Klamotten (und hab David Bowie zu fett gemalt und noch eine Shorts zerstört), und manchmal schreibe ich auch. Langsam und wenig, aber ich schreibe, und zwar Zeitlos. Da wird's vielleicht auch irgendwann mal wieder was zu lesen geben. ^^

Ja. Also es läuft alles toll grad. Und so. Und ich fühl mich ein Bisschen wie ein hibbeliges, überdrehtes, leicht überzuckertes Kind an Weihnachten, kurz vor der Bescherung. Aber ich mag das. Ich mag es, wenn das Wintertief weg ist und es mir wieder gut geht - richtig gut und nicht einfach nur nicht schlecht. Nächsten Winter sollte ich es dann wohl lieber nicht verplanen, dieses Vitamin D-Präparat zu nehmen. Ich glaube, ich bin einfach ein Sommermensch. Aber mal ehrlich - den Sommer muss man doch lieben, nicht wahr? Selbst als schneeweißes Vampirwesen das ohne Sonnencreme in spätestens ner Stunde zum Krebschen wird.  Immerhin wird meine Haut zu der Haarfarbe passen, die ich dieses Wochenende kriege. ^^

Dienstag, 26. Mai 2015

Plotbunnys und Gif-Spam

Das hier kommt dabei raus, wenn ich eigentlich zu übermüdet bin um mich im Internet herumzutreiben. Also fahrt lieber eure Erwartungen herunter. :P



LIA: Geh weg, Sonntagsbraten. Ich hab keine Zeit für dich.



LIA: Braten, was sonst?


LIA: Na schön, meinetwegen. Ich kann trotzdem kein weiteres Plotbunny gebrauchen.


LIA: Tu bloß nicht so überrascht. Du weißt genau, dass ich schon viel zu viele Ideen habe, die ich gar nicht alle in diesem Leben schaffen werde.


LIA: Ich weiß auch, dass du toll bist, aber es geht einfach nicht. Da hilft alles Flehen und Drängen nichts. Auch wenn du wirklich ...


LIA: D'awwwwwwwww ... Hnnng ... ja, du bist niedlich. Also ... naja, vielleicht ...


LIA: Na schön. Meinetwegen. Ich werde mich irgendwann mit dir befassen, aber erst, wenn ich an Zeitlos weitergearbeitet hab.


LIA: Spar dir das Grinsen. Am Ende überleg ich's mir doch noch anders, also sei jetzt lieber still.

Ja ... mal abgesehen davon, dass ich ziemlich in diesen Hasen vernarrt bin, haben jetzt auch noch meine Plotbunnys in meinem die Gestalt (und den Akzent) von Bunnymund aus Die Hüter des Lichts angenommen. Das kommt davon, wenn ich einen Film gegen Bauchschmerzen gucke. Wie soll ich zu den Viechern jetzt noch nein sagen?

Dieses Plotbunny ist aber wirklich toll. Es basiert auf einem Traum, den ich vor einer Woche etwa hatte. Und ich bin todmüde, weil ich heute nur 2 Stunden geschlafen habe, aber demnächst wird auf jeden Fall nochmal ein Post über meine neuen Plotbunnys kommen (neben dem hier hab ich da noch eins, das mit seinem Boomerang auf mich einprügelt, damit ich es beachte). :P