♫♪ Keep calm and rock on.

Mittwoch, 30. April 2014

Ägyptischer Teaser

Auch wenn ich heute fast den ganzen Tag mit sinnlosem Surfen im Internet verbracht habe, bin ich eigentlich zu beschäftigt mit Lernen um groß zu bloggen. Ja. Heute war ein fauler Tag. Oder auch ein müder.
Aber ich komme trotzdem voran, glaube ich, deshalb wird das hoffentlich keinen zu großen Unterschied gemacht haben. Am besten lerne ich sowieso kurz vor der Klausur. XD
Jedenfalls habe ich hier eigenltich gerade nicht so viel zu erzählen. Aber eine Szene habe ich geschrieben, die eventuell so ähnlich in Nichts währt ewig vorkommen wird. Oder, was noch wahrscheinlicher ist, in Amnesia. Die habe ich vor etwa zwei Wochen geschrieben und jetzt noch einmal überarbeitet und dachte, so ein kleiner Teaser kann nicht schaden. ^^ Man muss nämlich auch den Gesamtkontext der Geschichte nicht kennen, um sie zu verstehen. Dafür muss man sich ein Bisschen mit ägyptischer Mythologie auskennen, oder zumindest einem Teil davon. Wobei dabei angemerkt werden muss, dass es sich hierbei um ein Mythologie handelt, die nicht nur lokale Variationen aufweist, sondern sich auch noch über mehrere Jahrtausende entwickelt hat. Eine einheitliche altägyptische Mythologie gibt es in der Form daher nicht. Also, fangen wir an mit dem Klugscheißen.

Anubis, den wohl die meisten kennen (der mit Schakalskopf) ist eine der ältesten Gottheiten. Einst war er der Totengott und galt mal als Sohn des Re/Ra (die alten Ägypter haben leider keine Vokale geschrieben, weshalb man keine Ahnung hat, wie sie ihre Wörter ausgesprochen haben ... was sich wahrscheinlich sowieso immer wieder verändert hat, denn wie gesagt, viele kleine Orte und einige Jahrtausende; auf koptisch wird's glaub ich Rey oder Ray ausgesprochen), mal galten andere Götter als seine Eltern. Bastet galt übrigens auch mal als seine Mutter (meine protestiert gerade heftigst dagegen, denn in meinem Headcanon ist sie zwei Jahre jünger als er) und mal als seine Frau (ich werde die Kommentare der beiden dazu jetzt mal nicht hier ausschreiben ... die sind aus vielen Gründen nicht jugendfrei ._.), mal galt auch sein wenig bekanntes weibliches Gegenstück Anput (seinen Namen in Hieroglyphen liest man meistens jnpw, was in etwa als Anpu geschrieben werden kann, ein -t als Suffix bedeutet, dass es sich um die weibliche Form handelt) als seine Frau.
Jedenfalls, bevor ich hier weiter labere, er war wie gesagt mal der Totengott überhaupt, wurde dann aber, als der Osirismythos berühmt wurde, durch Osiris ersetzt. Osiris war demnach der Herrscher über das Totenreich und Anubis wurde zum Gott der Balsamierung, der das Totengericht durchgeführt hat. Dabei wird das Herz des Toten gegen die Feder der Maat aufgewogen und wenn es zu schwer von Sünde ist, wird es von Ammit der Verschlingerin (ein Dämon, Löwe mit Krokodilskopf) verschlungen und die Ka, Ba und Ach (Seele) sind futsch.
Keine Sorge, wir nähern uns dem Ende. Osiris ist also relativ berühmt geworden, nachdem der Schöpfungsmythos von Heliopolis sich verbreitet hat, nach dem der Göttervater Atum auf wissenschaftlich nicht nachvollziehbare, schwer vorstellbare und hier aus verschiedenen Gründen nicht im Detail ausgeführte Art und Weise das Götterpaar Schu (Luft) und Tefnut (Feuchtigkeit ... Wasser, nicht die andere. H2O) Die haben dann die Göttin Nut (Himmel) und den Gott Geb (Erde) geboren, welche vier Kinder bekommen haben: Isis, Osiris, Nephtys und Seth. Isis und Osiris waren verheiratet sowie Nephtys und Seth. Dann ging es damit weiter, dass Seth Osiris umgebracht hat, Isis ihn zum Leben erweckt und er ihren gemeinsamen Sohn Horus gezeugt hat, Seth ihn wieder umgebracht un zerstückelt hat (und ein Fisch hat sein bestes Stück gefressen), Isis ihn wieder zusammengesetzt und Anubis ihn mumifiziert hat, Seth versucht hat Horus zu vergewaltigen, Horus gegen Seth gekämpft hat, Seth Horus das Auge rausgerissen hat (das Udjat-Auge, welches als Talisman gilt und mit Heilung assoziiert wird), Horus Seth das Ding abgeschnitten hat usw usf. Die üblichen Familiengeschichten eben. Man bedenke bitte, dass ich noch keinen einzigen Kommentar zum Thema Inzest gemacht habe. Ich liebe die ägyptische Mythologie übrigens seit meiner Kindheit. Es ist eine glückliche Kindheitserinnerung.

Wie auch immer, irgendwie musste Anubis da auch reinpassen. In einer Version ist er einfach nur der Sohn von Nephtys und Seth. Da Seth, der ursprünglich ein ganz netter Kerl war, Ra auf der Sonnenbarke begleitet und Nacht für Nacht gegen Apep (Apophis) gekämpft hat, damit die Sonne wieder aufgehen kann, immer weiter zum bösen Gott geworden ist und mit der trockenen Wüste und Unfruchtbarkeit assoziiert wurde, gibt es noch eine weitere, viel Soap Opera-mäßigere Version. Die ich auch in meiner Geschichte verwende. Demnach hat Seth Nephtys, weil er unfruchtbar war, keine Kinder schenken können. Daraufhin hat sie sich als ihre Zwillingsschwester ausgegeben, Osiris betrunken gemacht und neun Monate später kam Anubis zur Welt.

So. Jetzt bin ich aber wirklich fertig für's Erste. Meine Charaktere starren mich etwas entgeistert an, aber ich weiß gar nicht, wieso. I kept this story short and to the point. (wer erkennt's?) Ich hoffe, ich konnte einigen Leuten eine meiner großen Leidenschaften, die altägyptische Mythologie, näherbringen.

BASTET: Bestimmt. Ich bin mir sicher, JETZT wollen deine wenigen Leser nichts mehr als noch mehr darüber lesen...
THOTH: Nun, das könnte sogar sein. Immerhin hat der Homo sapiens eine gewisse Schwäche für das Groteske. Es ist wie der Unfall, bei dem man nicht weggucken kann, nicht wahr, Anubis?
ANUBIS: I wish I had more chromosomes, I wish I had more chromosomes... *pfeif*
BASTEt: Boah, das ist böse.
THOTH: Polyploidie oder Trisomie? Ehrlich, das ergibt nicht einmal Sinn.
ANUBIS: Ich weiß. Aber ein trokener Witz musste sein.

Und warum habe ich das alles jetzt erzählt? Ganz einfach, weil ich gern schwafle, vor allem über das alte Ägypten. Ehrlich, ich könnte nochmal zehnmal so viel erzählen und wäre noch nicht fertig. Und außerdem erklärt die Geschichte das recht ... merkwürdige Verhältnis zwischen Anubis und Seth im folgenden Teaser. ^_^'
Nun aber wirklich viel Spaß dabei.

Im Fernsehen lief eine dämliche Sitcom, die zu neunzig Prozent aus gekünsteltem Lachen und Geschrei bestand. Anubis langweilte sich zu Tode, hatte jedoch keine Lust, aufzustehen und nach der Fernbedienung zu suchen. Es machte sowieso keinen Unterschied, welches Programm er sich antat – so oder so würde überall nur Mist gesendet werden und da war es egal, mit welchem Mist er sich berieseln ließ. Einmal hatten er und Bastet so eine Sendung stumm geschaltet und sehr zur Belustigung der anderen Anwesenden neu synchronisiert. Doch Bastet war nicht da und außerdem wäre ihm auch das gerade zu anstrengend gewesen. 
„Guckst du das überhaupt?“, vernahm er irgendwann die Stimme seines Onkels. Kurz darauf ließ Seth sich neben ihm auf dem zerschlissenen Sofa nieder, die vernarbten Arme hinter dem Kopf verschränkt. Das hatte ihm gerade noch gefehlt. Wenn sie schon die einzigen im Haus waren, dann hätte Seth zumindest den Anstand aufbringen können, sich in einem anderen Raum aufzuhalten. 
„Was dagegen?“ Dabei sah Anubis ganz demonstrativ besonders konzentriert auf den Bildschirm, wo gerade zwei Kleinkinder die Wände mit bunten Farben bemalten und das reinste Chaos veranstalteten, natürlich untermalt von schrillem Gelächter. Aus dem Augenwinkel sah er, dass Seth seinem Blick folgte. 
„Ich habe es manchmal schon geahnt, als du ein kleines Kind warst. Da musst du etwa in dem Alter gewesen sein. Nephtys dachte immer, sie könnte alles vor mir verbergen, aber ich bin nicht dumm.“ 
„Schön für dich.“ Oder auch nicht. Anubis wusste sehr gut, wie Seth zu ihm gestanden hatte, nachdem er erfahren hatte, wer Anubis' Vater war. Und wie es sich anfühlte, zu wissen, dass da immer jemand war, der ihn um jeden Preis tot sehen wollte. 
„Du hast Osi- deinem Vater sehr ähnlich gesehen.“ 
„Witzig. Osiris hat mal behauptet, dass ich ganz nach dir komme.“ Ein schadenfrohes, aber auch bitteres Lächeln umspielte Anubis‘ Lippen, als Seth bei dem Namen kaum merklich zusammenzuckte. 
„Ich habe dich eine ganze Weile dafür gehasst, weißt du? Dass du nicht mein Sohn bist.“ 
„Tja, Pech. Wieso hast du mich dann nicht gleich kaltgemacht, wenn du es herausgefunden hattest?“ Eigentlich hatte er überhaupt keine Lust auf dieses Gespräch. Aber wenn Seth schon mit dem Thema anfing, wollte er es doch wissen. 
„Du warst  ein kleibes Kind. Ich wollte es manchmal trotzdem, aber dann ist mir klargeworden, dass ich mich vor allem an meinem Bruder rächen wollte.“ 
„Was für eine Erleuchtung“, erwiderte Anubis tonlos. Dann war seine Existenz tatsächlich der Grund für Osiris‘ Tod. Das wurde ja immer besser. „Obwohl ich nicht verstehe, warum du jeden Scheiß mir in die Schuhe schiebst. Ich habe mir verdammt nochmal nicht ausgesucht, wer meine Mutter schwängert. Hätte ich eine Wahl gehabt, wäre ich gar nicht geboren worden.“ Er gab ein freudloses Lachen von sich und starrte weiter auf den Bildschirm. Einige Erwachsene beschwerten sich mit ihren viel zu hohen Stimmen über das Farbenchaos. Was das imaginäre Publikum natürlich mal wieder zum Schießen fand. 
„Scheiße.“ Nun sah Seth ihn zum ersten Mal richtig an. „Du bist echt kaputt, oder?" 
„Musst du grad sagen. Ich sagte doch, ich komme nach dir.“ Leider. 
„Vielleicht. Wow. Wir sind verwandt.“ 
„Echt jetzt, Sherlock. Hätte ich nicht gedacht.“ Langsam wurde Anubis wütend. Nein, nicht wirklich wütend – aber Wut war einfacher. 
„Und ich weiß nicht, ob ich dich jemals so lieben kann wie ein Familienmitglied.“ 
„Oh, wie schlimm. Mir kommen die Tränen.“ Er würde jetzt nicht zeigen, dass das trotz allem noch schmerzte, oh nein. „Da hatte ich Schwachkopf doch tatsächlich noch Hoffnung gehegt.“ 
„Aber ich will es zumindest versuchen.“ 
Was? Das war neu. Und Anubis wusste nicht, ob es ihm gefiel. Zum ersten Mal sah er seinem Onkel ins Gesicht. Er sah irgendwie traurig aus und die dunklen Ringe unter seinen Augen ließen ihn erschöpft wirken. 
„Das musst du nicht“, sagte der Schakalgott und hoffte inständig, dass er noch immer eine gleichgültige Miene aufgesetzt hatte. „Mir reicht es schon, dass du mich nicht umbringen willst. Lassen wir es einfach auf einem Waffenstillstand beruhen. Du bist mir zu nichts verpflichtet, egal, wie sehr man dich wegen der Sache zusammengeschissen hat.“ 
„Mich hat keiner zusammengeschissen“, erwiderte Seth. „Ich will es wirklich versuchen. Wenn du nichts dagegen hast, dann will ich zumindest versuchen, dein Onkel zu sein. Und kein Feind, der… lassen wir das.“ 
„Und wie stellst du dir das vor? Eine tränenreiche, rührselige Umarmung und alles ist gut? Oder willst du lieber ein cooler Kumpel-Onkel sein, mich in einen Fünfzehnjährigen verwandeln und dich mit mir zudröhnen, wenn meine Eltern nicht zuschauen? Verzeihung, nur meine Mutter. Daddy hast du ja umgebracht.“ Noch während er das sagte, bereute Anubis es bereits. Nicht, dass er irgendetwas davon zurückgenommen hätte. Aber er hatte nicht beabsichtigt, seine Wut zu zeigen oder in irgendeiner anderen Form die Kontrolle zu verlieren. Nun hatte er sich damit selbst verraten. 
„Heulen ist nicht so meine Sache. Aber wenn es hilft…“ Seth zog vielsagend grinsend ein Tütchen aus seiner Tasche und begann dann doch tatsächlich, sich einen Joint zu bauen. 
„Ist das dein … Ernst?“ Das konnte doch nicht sein. „Das mit dem Zudröhnen sollte eigentlich ein Witz sein.“ 
 „Sag bloß, du hast etwas Besseres zu tun. Das würde den Scheiß da“ – dabei deutete Seth auf den Fernseher – „zumindest etwas lustiger machen. Und außerdem dachte ich, das ist dir lieber, als nochmal besoffen über dem Klo zu hängen.“ 
„Pah. Das hatte rein gar nichts mit dem Alkohol zu tun.“ 
„Was du nicht sagst. Hier.“ 
Zumindest ist es kein H. Das muss doch ein Fortschritt sein, dachte Anubis und nahm mit einem resignierten Seufzen den angezündeten Joint entgegen, den Seth ihm reichte, nahm einen tiefen Zug und gab ihn danach seinem Onkel zurück. Dann sahen beide wieder auf den Bildschirm und schwiegen sich an. 
„Merkst du schon was?“, fragte Anubis, nachdem sie einige Zeit lang auf den Fernseher gestarrt und abwechselnd am Joint gezogen hatten, welcher inzwischen fast aufgeraucht war. „Bis auf die Tatsache, dass jetzt die Wohnung stinkt, meine ich. Irgendwelche familiären Gefühle? Ein Beschützerinstinkt oder das Bedürfnis, mir durch die Haare zu wuscheln oder mit mir Fußball zu spielen? Angeln? Flirt-Tipps? Irgendwas?“ 
Seth schien kurz nachzudenken. „Nicht wirklich. Bei dir?“ 
„Nein. Sogar der dämliche Scheiß in der Glotze ist noch immer noch dämlicher Scheiß.“ Tatsächlich bemerkte Anubis die Wirkung des Cannabis kaum und war immer noch so schlecht gelaunt und von Seth genervt wie vorher. 
„Schade. Aber einen Versuch war’s wert.“ 
„Mhm. Also ich gehe jetzt pennen.“ Mit diesen Worten stand Anubis auf und ging in Richtung Tür, wobei er unsanft gegen den Sofatisch stieß und beinahe darauf gefallen wäre, hätte Seth ihn nicht am Arm festgehalten. 
„Hey, pass auf, Kleiner. Du brichst dir noch den Hals.“ 
Anubis fluchte laut und rückte ein Wenig vom Tisch weg. Dann erst begann er nach und nach zu realisieren, was gerade passiert war. Pass auf, Kleiner. Das waren nicht die Worte eines Erzfeindes, der ihn tot sehen wollte. Sondern die eines besorgten Verwandten. Er starrte seinen Onkel einige Sekunden lang ungläubig an, dann musste er lächeln. Es war nur eine winzig kleine Geste, vielleicht bedeutete sie nicht, aber es war ein Anfang. 
„Okay“, sagte er. „Dann passe ich eben auf.“ Es konnte schließlich nicht so schwer sein, es unverletzt ins Bad zu schaffen. Und vielleicht, ganz vielleicht, war es für seine Familie auch noch nicht zu spät.

Ich finde ja, Anubis benimmt sich ein Bisschen wie ein bockiger Teenager, was bei der Familiengeschichte aber auch gar nicht so verwunderlich ist. Nur beim Thema Zudröhnen nicht, aber dass das Thema Drogen in Kombination mit Seth nicht ganz angenehm ist, wird im Text ja angedeutet und hoffentlich auch klar. Die Narben auf Seths Armen sind übrigens kein Ergebnis von SVV. Wobei ich Fixen ja auch als ziemlich selbstverletzend ansehen würde. :P Das ist der moderne Touch der Geschichte. So. Sie laufen übrigens in Klamotten des 21. Jahrhunderts rum und außerdem so gut wie immer in ihrer menschlichen Gestalt (sind Gestaltwandler und außerdem... äh, ne Essay Nr 2 lassen wir erstmal), erstens weil sie sonst auffallen würde und zweitens weil einige in der Geschichte sexuell aktiv werden (und in meinem Headcanon dann nicht verwandt sind, man möge mir diese kleine Uminterpretation bzw selektive Interpretation bitte verzeihen) und das sonst ... merkwürdig ... wäre ... Bilder ... äh ...
WIE AUCH IMMER, das ist also die Szene, die unbedingt geschrieben werden wollte, mitsamt flapsiger Sprache, billiger Sitcom, Klischees, Joint, einem Heroinjunkie und seinem (vielleicht) unter leichter Dysthymie leidenden Neffen. Sind sie nicht göttlich und erhaben?

Mittwoch, 23. April 2014

Und die Axone funktionieren tatsächlich noch

Irgendwie ... hab ich meine Nerven noch. Obwohl ich heute mehrmals kurz vorm Durchdrehen war.
Jetzt habe ich Bio hinter mir. Zumindest das Abi.
Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für alle gedrückten Daumen bedanken, die ich in den letzten Wochen gekriegt habe. :)
Gelaufen ist die Klausur leider trotzdem nur mittelmäßig. Und zwar nicht etwa, weil ich nicht genug gelernt habe. Was sich lernen ließ, das habe ich gelernt und konnte es anwenden. Das sage ich auch nicht aus Trotz, auch wenn es auf einen Außenstehenden so wirken könnte. Es ist leider die Wahrheit und sie gilt sowohl für mich als auch für meine restliche Klasse.
Aber die Aufgaben enthielten, wie immer, Fallen. Mal wieder gab es Dinge, die neu waren und bei drei Teilaufgaben war die Aufgabenstellung mehrdeutig. Wir haben  nie besprochen, wie man an so einen Aufgabentyp herangeht.
Dementsprechend habe ich nun gar kein Gefühl bei der Klausur. Nicht mehr nur ein schlechtes, aber ich traue mich nicht, ein gutes Gefühl zu haben, weil das bei der Lehrerin bisher immer zu Enttäuschungen geführt hat. Ausnahmslos jedes Mal.
Tja. Die Lehrerin hat es ein letztes Mal geschafft, uns eins auszuwischen und es uns extra schwer zu machen. Sie ist und bleibt nun einmal eine hinterhältige, respektlose F***e (man möge mir bitte das sexistische Schimpfwort verzeihen) mit null Empathievermögen, die es einfach nicht über sich bringt, ihre Schüler so zu prüfen, dass sie eine Chance haben. Nicht zu vergessen als Lehrerin auf geradezu tragische Art und Weise unfähig.
Ähm. Ich glaube, meine Charaktere färben ab. Genaugenommen Luzifer. So radikal ehrlich und verletzend, das hat er am besten drauf. Aber vielleicht ist er in der Hinsicht auch nur meine dunkle Seite.
Ich bin jedenfalls froh, den Mist hinter mir zu haben und sehe mich schon einmal nach Alternativen zum Medizinstudium um. ^^'
Und ein Gutes hat das Ganze. Sie kann uns nichts mehr tun. Außer bei der Bewertung der Klausuren, wo sie nicht als einzige mitmischt, kann sie uns nicht mehr schaden. Sie kann uns nicht mehr das Falsche lernen lassen, sie kann uns nicht mehr prüfen bevor sie uns was beibringt, sie kann uns nicht mehr unter die Nase reiben, wie schlecht wir abgeschnitten haben und was wir falsch gemacht haben, ohne uns beizubringen, wie man es richtig macht. Sie kann uns nicht mehr bei der kleinsten Kritik oder auch nur Bitte anmeckern und dann alles ignorieren, was wir ihr zu sagen haben. Sie kann una in keimer Weise mehr schaden. Und es ist auch kein bisschen beunruhigend, dass ich denke wie jemand , der gerade aus einer Missbrauchsbeziehung entflohen ist. XP

Dienstag, 22. April 2014

Nerven? Welche Nerven?

Meine Nerven liegen jedenfalls blank. Obwohl, nein, das tun sie eigentlich nicht. Denn wenn sich an meinen Axonen keine Schwannschen Zellen befinden würden, dann würden meine kognitiven Fähigkeiten aber massiv abnehmen. Und den Zustand habe ich noch nicht erreicht.
Ich fürchte auch, ich werde meine armen Leser wohl noch ein Bisschen mit Bio-Kauderwelsch belästigen müssen. Das tut mir leid, aber Bio ist nun einmal fast das Einzige, woran ich gerade denken kann.
Irgendwie hat mein Hirn das erst heute geschafft, etwas Wichtiges so richtig zu realisieren: Ich schreibe morgen Abi.
Ich. Schreibe. Morgen. Abi.
Reagiert hat das liebe Denkorgan daraufhin mit Panik, aber auch mit einem Lerndrang. Ja. Ich habe einerseits das Gefühl, dass ich gut vorbereitet bin und alles weiß, was dafür wissen kann. Andererseits ist da eben dieser Teil in meinem Gehirn der schreit:
"Nein, nein, gar nicht, du hast kaum gelernt, und das komplett Falsche noch dazu, du fällst im Abi durch und kriegst keinen Studienplatz, für nichts, Medizin erst recht nicht, und schaffst es mit etwas Glück noch zur Putzfrau."
Das Bild hier zeigt diese innere Stimme eigentlich ganz gut.
Ein Grund zur Sorge besteht ja auch wirklich - bei der Lehrerin ist nun einmal noch immer alles von Willkür geprägt und es kann gut sein, dass da irgendeine Falle eingebaut ist, auf die wir nicht vorbereitet sind und die uns alle Punkte kostet.

Heute bei der Zeugnisvergabe haben wir übrigens erfahren, woher eigentlich dieses Missverstädnis mit den Abi- und IB-Themen kam. Ignorieren wir dabei, dass sie uns den Zettel ausgeteilt hatte und NICHT immer wieder darauf eingegangen ist, was wofür relevant ist.
Die Mitschülerin, die ihr die erste Mail (vor einer Woche) geschrieben hat, hat also den Link zu den Zentralabithemen verschickt sowie die Zentralabithemen in die Mail hineinkopiert und gefragt, ob das unsere Themen sind oder etwas Anderes oder noch mehr. Unsere Lehrerin hat (zugegeben etwas ambiguous) geantwortet, dass wir für das Abi nur abiturrelevante Themen wissen müssen. Heute meinte sie dazu, dass die Zentralabithemen in der Mail waren, ganz lapidar: "Das hab ich nicht gesehen, hab ich nicht gelesen."
Als wäre das das Normalste auf der Welt.
Sie hat eine Mail, die unser Abitur betrifft - unseren Schulabschluss, von dem unsere komplette Zukunft abhängt - nicht komplett gelesen. Genaugenommen hat sie scheinbar nicht einmal die Hälfte gelesen, eine absolut irreführende Antwort verschickt undsie ist sich keiner Schuld bewusst. Denn wir hätten ja gewusst, was drankommt und sie habe ja nie gesagt, dass wir Zentralabithemen lernen müssen.
Ich finde das nicht nur überaus unverantwortlich von ihr, sondern auch noch unglaublich respektlos. Dass sie verplant ist und nichts auf die Reihe kriegt, war mir vorher schon klar, dass sie sich nicht wirklich für uns interessiert auch, aber das hier übersteigt trotzdem alles. So langsam wünschte ich, sie würde handgreiflich werden oder etwas komplett Anderes in der Klausur abfragen, was gar nicht drankommt, damit man sie verklagen kann. Denn das hier ist zwar eine Dreistigkeit ohnegleichen, aber sie kann sich da immer rausreden und kommt mit allem durch. Und da sie über null Selbstreflektion verfügt und auf jegliche Kritik von Seiten der Schüler sofort ungehalten reagiert, hat sie auch heute kein Verständnis gezeigt. Inzwischen ist es mir sogar egal. Sie ist eine inkompetente Lehrerin und ihr Verhalten ist moralisch verwerflich, aber hey, ich bin bald aus dem Laden raus, dann ist das nicht mehr mein Problem. So.

Zumindest die Zeugnisrückgabe war ein kleiner Lichtblick. Wie erwartet 7 Einsen und drei Zweien, außerdem ein Schnitt von 13,2. Das ist um 0,4 Punkte besser als der Schnitt, den ich mir vorher ausgerechnet hatte und damit bin ich doch ganz zufrieden.
Dazu haben wir eine Abikladde bekommen und wieder abgeben müssen, bei der ich nicht ganz durchblicke. Da bekommt man Punkte bis 620, ich habe 517 von 620. In den Klausuren kommen wohl noch so einige Punkte dazu, maximal wird man am Ende 900 erreichen können. Tja, selbst wenn ich in jeder Prüfung eine Eins schreibe, wird's für Medizin wohl nicht reichen, aber was soll's. Irgendwas werde ich schon studieren können. *seufz*

Tja, und jetzt sollte ich gehen und lernen. Ich habe schon viel zu lange an diesem Blogeintrag gesessen, wovon ich wieder nur ein schlechtes Gewissen kriege. Ja. Eigentlich kann ich alles. Aber Angst habe ich trotzdem. :P Da hilft weder ein "Entspann dich mal" noch rationales Denken à la "Was ist das Schlimmste, was dir passieren kann?" noch "Es gibt Wichtigeres als das Abi im Leben". Mein Hirn wird erst Ruhe geben, wenn ich die Klausuren vor mir habe. Das kann das werte Organ. In einer Prüfungssituation selber habe ich noch nie Angst gehabt und Blackouts nur wegen extremer Müdigkeit oder Krankheit. Nur kurz davor schiebe ich immer Panik und natürlich wenn ich die Ergebnisse kriege. Und deshalb widme ich mich jetzt wieder der Biologie. ^^'

Montag, 21. April 2014

Wenn nur die nächsten Wochen schon vorbei wären...

Ich bin mal wieder mäßig gelaunt. Aber das liegt diesmal nicht an mir und meinem Lernverhalten.
Zugegeben, ich habe ein überaus schlechtes Gewissen, weil ich in den letzten Tagen wahrscheinlich nicht mehr als anderthalb Stunden pro Tag gelernt habe, vielleicht manchmal zwei. Aber ich fühle mich für das Bioabi übermorgen glücklicherweise trotzdem ganz gut vorbereitet. Letztendlich macht es doch etwas aus, dass ich zwei der drei Themen drei Jahre lang (dank England ein Jahr mehr) gelernt habe.

Mein Grund zum Aufregen ist meine Tutorin und Biolehrerin. Bear with me, please, ich muss ein Bisschen weiter ausholen.
Die Situation ist folgende: an unserer Schule schreiben alle Profile Zentralabi. Bis auf unseres. Da wir dank IB alles auf Englisch gemacht haben, schreiben wir auch das Abitur auf Englisch. Die Klausuren werden von unserer Biolehrerin (die auch unsere Tutorin ist) erstellt. Was sie bereits getan und die Klausuren eingeschickt hat.
Tja, und zusätzlich dazu schreiben wir auch noch IB. Die Themen, die für das Abitur und für das IB gebraucht werden, sind fast die gleichen. Aber eben nur fast.
Nun hat eine Mitschülerin der Leherin geschrieben, um etwas genauer über die Themen bescheidzuwissen, worauf diese geantwortet hat, dass wir für das Abi nur Abithemen brauchen. Besagte Schülerin hat dann außerdem einen Link zu den Zentralabithemen gepostet, wo die Inhalte sehr genau angegeben waren. Das Gleiche gibt es auch für das IB, den IB-Syllabus. Ist es nicht schön, eine solche Orientierung zu haben?
Ja. Schön. Wenn wir das hätten.

Nun hat heute eine andere Mitschülerin verkündet, dass unsere allseits beliebte Biolehrerin auch ihr geschrieben hat, nachdem sie ihr den Link mit den von der Schulbehörde ausgestellten Zentralabithemen geschickt hatte. Unsere Lehrerin habe den Link also nicht öffnen können, sie kenne die Zentralabithemen auch nicht, aber ganz ehrlich, für uns mache das doch keinen Unterschied, denn die Themen für Abi und IB seien doch fast dieselben, für Abi nur noch etwas mehr. Und für das IB müssen wir es ja eh können.
Tja. Ersteres stimmt aber leider nicht. Ich habe die Zentralabiinhalte und die IB-Inhalte verglichen. Hier mal als Beispiel der Schwerpunkt Genetik.

Im Zentralabi kommen vor:
- Mutationen
- Proteinsynthese in Prokaryoten und Eukaryoten
- Der genetische Code
- Struktur und Funktion von Proteinen
- Regulation von Genen mit Operons, Beispiel lac-Operon
- PCR
- Transfer von Genen

Zusätzlich dazu (bis auf das Operon müssen wir im IB das alles auch können) kommen im IB dran:
- Meiose
- Die genauere Struktur der DNA (Nukleosome)
- Mendelsche und Post-Menelsche theoretische Genetik (und damit nehme ich viele Unterpunkte zusammen, die hier eh keinen interessieren)
- Replikation von DNA
- Enzyme
- Noch sehr, sehr viel mehr aus dem Bereich Gentechnik. Sehr viel mehr.

"Alles das Gleiche, nur im Abi etwas mehr." Ja. Total.
Nun kann man argumentieren, dass wir ja kein Zentralabi schreiben und das alles im Unterricht auch vorbereitet haben wobei ich ignoriere, dass besagte Lehrerin im Unterrichten nicht sonderlich bewandert ist und man "vorbereitet" daher etwas großzügiger definieren muss. Zu einem gewissen Grad stimme ich dem ja sogar zu. Und fast alles davon habe ich auch gelernt.
Trotzdem frage ich mich, ob diese Willkür tatsächlich sein kann. Hat unsere Lehrerin, nur weil wir nicht zentral schreiben, das Recht, irgendetwas einzubringen, was sonst keiner gemacht hat, oder es auch nur potentiell einzubringen, und uns doppelt so viel lernen zu lassen?
Natürlich müssen wir es fürs IB irgendwann können. Genaugenommen müssen wir noch sehr viel mehr irgendwann für das IB können. Aber das IB schreiben wir in drei Wochen, das Abi übermorgen. Kann sie da wirklich IB-relevante Inhalte jetzt schon abfragen und ins Abi einfließen lassen?

Tja, sie kann und sie tut. Und ich bin da nicht naiv, wahrscheinlich darf sie auch. Meine Mutter hat zwar gesagt, man könne sie dafür verklagen, aber tatsächlich kommt man damit garantiert nicht weit. Und uns wird es nicht sonderlich helfen, weil sie trotzdem nach dem Verfahren "Lernt alles, irgendwas wird drankommen, ich muss euch ja nicht sagen was" gearbeitet haben wird, wie sie es immer getan hat (kein Wunder, dass unsere Klausuren immer katastrophal ausgefallen sind). Aber es ärgert mich. Entweder unterschätzt sie die Menge, die wir zu lernen haben, weil sie sowieso eine Begabung für ihr Fach hat, oder sie schert sich einfach einen Dreck darum, wie wir abschneiden, wie die meisten Lehrer. Wahrscheinlich beides.

Gut, für mich macht es einen großen Unterschied. Ich habe sowieso fast alles davon gelernt, weil ich weiß, dass bei dieser Lehrerin alles willkürlich abläuft. Aber ein kleiner, idealistischer Teil von mir, der sowieso schon ziemlich am Verkümmern ist, ärgert sich, weil dass das nicht so funktionieren sollte. Mal ehrlich - bei den Mengen an Details, die wir büffeln, lernt man nicht "fürs Leben", man lernt für die Prüfungen und die Zahl, die einen für den Rest des Lebens als klug, mittelmäßig oder faul und dumm einstuft. Mit Intelligenz haben Noten schließlich wenig zu tun, mit Wissen oft genug auch nicht. Deshalb sollte man etwas nicht lernen müssen, weil es bei dem Lehrer immer willkürlich oder sadistisch (die Fälle gibt's ja leider auch) abläuft, sondern weil man es braucht. Klar kann man nicht die ganze Klausur im Voraus kennen, aber etwas genauer als "lernt alles, irgendwas kommt dran" dürfte es doch schon sein. Beim Abschluss geht es doch nicht darum, den Schülern ein letztes Mal eins auszuwischen und es ihnen nochmal schwerzumachen, sondern darum, dass sie einen möglichst guten Abschluss machen. Und ganz ehrlich - wir schreiben unsere Klausuren schon aus vielen anderen Gründen, die ich jetzt nicht auch noch ausführen will, unter erschwerten Bedingungen. Vielleicht ist es erlaubt, uns das hier auch noch schwerer zu machen, aber fair finde ich es nicht.
But alas ... wann war die Schule zuletzt fair? Nach 13 Jahren in dem Saftladen kann ich die Beispiele für richtige Fairness, die ich erlebt habe, an einer Hand abzählen. Und das ist einfach nur traurig.

Nachtrag: Nun habe ich erfahren, dass sie uns am Anfang wohl doch den gleichen Zettel ausgeteilt hat, den unsere Mitschülerin verlinkt hat, damit wir auch einen Überblick über die Abithemen haben. Dieselben Abithemen, die sie nicht kennt. Ich hatte das schon vergessen oder verdrängt, wahrscheinlich weil ich wusste, dass bei ihr sowieso alles von Willkür geprägt ist. Das ist ... ahaha ha ha ... das ist zu viel. Ich geh dann mal irre lachen, mit einer Kreissäge Amok laufen und mich zwangseinweisen lassen. -.-

Sonntag, 20. April 2014

Ostergrüße :)

So, jetzt gibt's von mir auch ein paar Ostergrüße. ^^
Ich hatte mir den Ostersonntag stressiger vorgestellt. Stattdessen habe ich sogar ein Ostergeschenk gefunden: meine alten Karteikarten mit Notizen für Ökologie sind noch da. :D Das heißt, ich muss sie nicht nochmal schreiben und fange heute mit Evolution an. Ich liebe mein Leben gerade. ^^
Oh, und Schoki gibt's auch irgendwann.
Den Eierkampf gegen meine Mutter habe ich verloren, aber da habe ich auch nicht darauf geachtet, mir das Champion-Ei auszusuchen. Wenn ihr Freund kommt, dann ist der Sieg mein. Mein! *insert evil laughter here*
Ja. Ich lasse keine Gelegenheit aus, einen sinnlosen Konkurrenzkampf mit ihm zu führen. Wenn er da ist, "kämpfen" wir auch immer um die Butter, indem wir da unsere Initialen reinritzen und die des Anderen wegmachen. Kleine Familientradition. Dabei essen wir sonst beide nicht sonderlich viel Butter.
...
Egal. Die Butter ist MEIN! (Muhahahahaha)

Und ansonsten habe ich nicht viel zu melden. Ein kleines, hoffentlich lustiges Ostergeschenk habe ich, das erste Kapitel zu einem Spin-Off von Auf den Hund gekommen namens Detektiv Nancy. Es geht um ein kleines Kuschelkaninchen mit einer tiefen, männlichen Stimme, das Nancy heißt. Es ist sinnbefreit. Absolut sinnbefreit. Aber wer mich kennt, der wird wissen, dass ich das irgendwie am liebsten mag. *pfeif*

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Detektiv Nancy

Es war einer dieser Tage, die man noch nicht einmal seinem schlimmsten Feind wünschen würde. Dichter Nebel lag tief über unserem sonst so idyllischen Wäldchen und raubte den Verrückten, die sich noch hinaus trauten, die Sicht, während die kalte, feuchte Luft ihnen unbarmherzig in den Nacken kroch und sie förmlich spüren ließ, wie das Verbrechen in jeder Ecke lauerte, unbemerkt, geduldig auf das nächste nichtsahnende Opfer wartend. Die Unterwelt schlief nie.
Wer ich bin, fragt ihr?
Mein Name ist Rabbit. Nancy Rabbit. Meines Zeichens Privatdetektiv. Was, Geschlecht? Soll das ein schlechter Scherz sein? Den Namen hat mir mein Vater gegeben. Wenn ihr was dagegen habt, dann verzieht euch gefälligst wieder! Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, schlechtes Wetter, Verbrechen, blabla. Fahren wir fort.
Ich saß missmutig an meinem Schreibtisch im vordersten Raum meines Kaninchenbaus, den ich zu meinem Büro umfunktioniert hatte. Das einst glänzende Holz war schmutzig und wies vereinzelt angetrocknete Weinflecken und rußige Stellen auf – die Spuren ausgedrückter Zigaretten, wenn der Alltagstrott zu frustrierend wurde. So wie heute. Wieder ein Tag ohne Auftrag. Seit Wochen blieb die Arbeit fern und ich musste auf Sparflamme leben. Ich bemerkte es kaum, als meine Pfote langsam zur Schublade glitt, diese öffnete und eine Schachtel Bunnyboro Zigaretten hervorholte. Voller Vorfreude betrachtete ich die fast volle Packung, die noch auf mich wartete. Die Flasche Karottenrotwhisky, die auf meinem Schreibtisch stand, war dagegen schon halb leer. Daneben nur ein Glas – ich hatte in letzter Zeit wenig Besuch gehabt.
Ich griff nach meinem Feuerzeug, zündete die Zigarette an und inhalierte gierig die Mischung aus Nikotin und Teer. Sofort wurde ich entspannter und ließ den giftigen Rauch mit einem erleichterten Seufzer durch den Mund entweichen. Bald schon hatte sich das ganze Zimmer mit Rauch gefüllt. Die kleinen, grauen Wölkchen waren zu einer großen, wabernden Masse geworden, welche meine müden Augen austrocknete und mit ihrem beißenden Geruch meine Nase penetrierte. Sie war so dicht, dass ich kaum zum anderen Ende des Baus blicken konnte. Ein schmutziges Abbild des Wetters draußen. Es spiegelte meine Stimmung perfekt wieder.
Es war ein beschissener Tag gewesen. Ich war erschöpft und frustriert. Doch dann, gerade als ich mich erheben und schlafen gehen wollte, tauchte sie auf.
Sie war sehr groß für eine Lady mit ihrer Eleganz, obwohl, für ihre Spezies war sie wohl eher klein. Ihr Gang war leichtfüßig und mit jedem Schritt schwang ihr wohlgeformter Hintern hin und her. Gott, für diesen Hintern brauchte sie einen Waffenschein! Ich hoffte inständig, dass sie noch Single war. Oder aber offen für ein Abenteuer. Aber vielleicht kam sie mir auch nur so überirdisch schön vor, weil ich so lange keine Frau mehr aus der Nähe betrachtet hatte.
Vor meinem Schreibtisch hielt sie an und öffnete den Mund, um etwas zu sagen, heraus kam jedoch nur ein Hustenanfall. Sofort drückte ich die Zigarette aus und warf sie ungeschickt in das leere Whiskyglas. Ich wusste, dass ich einen miserablen Eindruck machen musste, aber in ihrer Nähe hatte ich die Kontrolle über einen Teil meiner Handlungen verloren. Ich räusperte mich und schob diskret das Glas und die Flasche zur Seite.
„Nun gut. Was führt eine so reizende junge Dame wie Sie hierher?“ Gar nicht schlecht. Die Charmeur-Stimme hatte ich noch drauf. Die junge Dame betrachtete mich aus großen, glänzenden Augen. Als sie sprach, klang ihre Stimme zittrig und hoch.
„Ich… mein Name ist Bella Hound. Ich lebe in er Cave Mansion.“ Eine von den Hounds? Himmel, dann hatte ich ja geradezu hohen Besuch. Bella hielt kurz inne, wohl um sich zu sammeln.
„Lassen Sie mich raten. Ein Mann bereitet Ihnen Kummer. Ihr Verlobter oder gar Ehemann? Oder vielleicht Ihr Vater?“
„N-nein. Ich bin doch Single." - Und ich jubelte innerlich - "Und meinen Vater kenne ich gar nicht.“ Bella schüttelte den Kopf. „Es geht um meinen Bruder, Wuffi. Ich glaube, er ist in Gefahr.“ Ein paar Tränen rannen ihr über die Wangen  und ich versuchte mich an einem aufmunternden Lächeln.
„Aber, aber“, versuchte ich, sie zu trösten. „Nun weinen Sie doch nicht, Miss Hound. Ich bin mir sicher, dass wir der Sache auf den Grund gehen. Erzählen Sie mir doch bitte mehr über Ihren Bruder.“ Bella schluchzte leise auf, bekam sich jedoch wieder unter Kontrolle und begann, mir alles zu erzählen.
„Wuffi war noch nie in einer guten Position in unserer Familie. Wir sind insgesamt fünf Geschwister und mussten ohne unsere Eltern aufwachsen. Aber wir haben es geschafft, uns dieses Leben aufzubauen. Meine anderen Brüder  – Rex, Schnuffi und Bello –  und ich sind sehr erfolgreich, Rex besitzt ein eigenes Unternehmen und wir anderen arbeiten für ihn, auch Wuffi.“ Ich kannte die Firma. Sugarpuppies & Co. KG waren die beliebtesten Süßigkeiten im ganzen Wald. Rex Hound war ein bekannter Name. Er war stinkreich, und damit meine ich nicht nur den natürlichen Mundgeruch, den alle Hunde hatten.
„Die Anderen… sie haben Wuffi immer herablassend behandelt und ihn aus der Familie ausgeschlossen.“ Bei diesen Worten kamen ihr wieder die Tränen und sie vergrub das Gesicht in ihren Pfoten. Als sie wieder aufblickte, waren unter ihren Augen dunkle Ringe aus zerlaufener Schminke zu sehen.
„Ich… ich war eigentlich die Einzige, die Wuffi wirklich gern hat. Wissen Sie, Mr. Rabbit, er ist der Jüngste und schwächer als die Anderen. Aber er ist sehr intelligent, klüger als meine drei Brüder zusammen. Vielleicht hassen sie ihn deshalb. Bis jetzt hat er es trotzdem immer geschafft, über die Runden zu kommen. Er hat eine niedrigere Position als die Anderen, aber er verdient genug, um seinen Brüdern nicht zur Last zu fallen. Und im Haus verhält er sich unauffällig und hält sich von jedem außer mir fern, um nicht bemerkt zu werden. Es ist kein perfektes Leben, aber es funktioniert. Nein, es hat funktioniert.“ Wieder musste Bella eine Pause machen, schaffte es jedoch, die Tränen zu unterdrücken.
„In letzter Zeit… in letzter Zeit hat es andauernd… Vorfälle gegeben.“ Bei diesem Wort wurde ich hellhörig.
„Deshalb bin ich hier. Andauernd geschehen Dinge, bei denen Wuffi beinahe umkommt. Unfälle, versteht sich, und immer wenn er sich erholt hat, waren alle erleichtert und haben vor Freude geweint. Aber ich glaube… ich glaube, dass…“
„Sie glauben, dass einer Ihrer Brüder dahinterstecken könnte, weil er Wuffi loswerden will.“ Sie nickte stumm. Das hatte ich mir gedacht. Schon als Bella erwähnte, Wuffi sei intelligent. Es war gut möglich, dass er dadurch eine Bedrohung darstellte, seine Brüder aus ihren Positionen verdrängen könnte. Entweder das oder hinter dem Hass steckte etwas Tieferes, eine tragische Familiengeschichte, ein dunkles Geheimnis. Gerüchte gab es immerhin genug. Ich musste mehr darüber herausfinden. Mit einem ernsten Blick wandte ich mich wieder Bella zu.

„Miss Hound, ich versichere Ihnen, dass ich den Fall lösen werde. Seien Sie unbesorgt. Ich werde Ihnen morgen früh einen Besuch abstatten und mit Ihren Brüdern sprechen. Aber vorher muss ich Ihnen noch einige Fragen über diese… Unfälle stellen.“

Samstag, 19. April 2014

Hilfe, ich werd' seekrank

Naja, oder auch nicht. Ich glaube, ich neige gar nicht so sehr zur Seekrankheit. Genau wissen kann ich das natürlich nicht, weil ich noch nie bei richtig starkem Seegang auf dem Meer unterwegs war. Was nicht heißt, dass ich es nicht gerne ausprobieren würde.

Wie auch immer, heute hört man also ein zweites Mal von mir. Warum? Weil ich vorhin "fleißig" war. Ich habe mir einen Blog erstellt, um Dead Man's Chest auch hier auf Blogspot zu veröffentlichen. Ich hab es halt mit Blogs, Dead Man's Chest ist nun einmal eines meiner Lieblingswerke (und ich glaube auch bisher mein gelungenstes) und Google vergisst nie, also ist es hier selbst bei einem Totalcrash meines Computers sicher aufgehoben. XD

Aaaber ich habe es nicht nur hier hochgeladen, sondern auch überarbeitet. Die Versionen auf FF.de und Literatopia (dort in der Kategorie "Sonstiges" zu finden) sind nun nicht mehr aktuell. Werde ich bei Gelegenheit mal aktualisieren. Ein (sehr, sehr, sehr dilettantisches) Cover habe ich auch mal eben hingeschmiert. Und hier ist es nun:

Dead Man's Chest

Viel Spaß damit. ^^

PS: Achja, und ich hab schon wieder das Design geändert. Wegen Ostern und so. Bis Montag bleiben die Küken, danach änder ich es wieder zum alten um.

Donnerstag, 17. April 2014

Gedanken beim Lernen

Muss ich mir die Einleitung denn wirklich antun? Das kenne ich doch schon. Ich sollte das lesen, was ich noch nicht kenne.
Aber wenn ich es nicht lese, was, wenn ich dann was verpassen?
Okay, Darwins Theorie schön zusammengefasst, das schreibe ich mir ab.
...
Boah, dauert das lange mit dem Schreiben. Ich kenn das doch schon auswendig.
Das hätte ich auch gleich besser zusammenfassen können ... na gut, weiter zu Neo-Darwinismus.
Meine Fresse, das ist doch Common Sense! Dass dieses Buch auch jeden Pups so im Detail ausführen muss. Kein Wunder, dass das Lernen so lange dauert. <.<
Aber vielleicht ist es auch nur für mich Common Sense, weil ich's in Genetik so drauf hab. Yeah, ich bin so geil! B|
Ich hab auf meinem Poster Alice Cooper vergessen. (Ich meine das Poster aus diesem Post)
Schon wieder abgelenkt. Waaaaaaah, ich bin so unfähig! Das schaffe ich nieeeeeeeeeee!
Woher weiß ich überhaupt, dass ich etwas gelernt habe? Wenn ich es gelesen und aufgeschrieben habe? Da kann ich doch nicht alles auswendig?
Und wie lerne ich es dann, außer immer wieder lesen? (Ächz :L)
Schoooooooool's! Out! For! Ever!
Das wird doch nichts. Ich sollte das alles aber mal bloggen, ist doch witzig.
Wie das wohl mit dem Kalten Krieg danach wird. Wie lern ich denn jetzt für ein Fach, für das ich noch nicht 90% des Stoffs kann? :S
Und hab ich das mit dem Genetic Engineering überhaupt richtig verstanden? Ich weiß ja gar nicht, ob ich's kann.
Diamonds are foreveeeer. *pfeif* Hab irgendwie voll Lust, den Song zu hören. Live-Version? Okay. Hey, die ist gar nicht schlecht.
Simon & Garfunkel sollte ich auch zum Poster hinzufügen...
Ach, das wird doch alles nichts. Ich lass mir 'nen Bart wachsen und geh zum Zirkus. Und jetzt erstmal bloggen.

Ja. Etwa das waren meine Gedanken beim Lernen. Gestern hat es ja noch ganz gut geklappt, heute geht es mal wieder etwas ... schleppender vorn. Aber zumindest bin ich mit Effi Briest weitergekommen. Das Buch muss ich ja auch noch lesen. Und ich finde es gar nicht mehr so schnarchlangweilig wie am Anfang. Dafür entwickeln sich in meinem Kopf Szenen in dem Schreibstil, den wohl andere Leser schnarchlangweilig finden würden. Zu einer Idee, die absolut nichts taugt.
Naja. Was soll's. Ich mache dann mal mit Common Sense Evolution weiter. ^^